Bombendrohungen gegen Rathaus: Sollten Sitzungen platzen?

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Großes Polizeiaufgebot: Bei der dritten Bombendrohung am Donnerstag sperrte die Polizei das Rathaus wieder weiträumig ab und durchsuchte das Gebäude. Mehrere hundert Menschen, darunter viele mit Behinderung, die an einem Festakt teilnahmen, wurden evakuiert. Foto:  Fischer

Auf der Suche nach dem Täter, der bereits zum dritten Mal per E-Mail eine Bombendrohung ins Kasseler Rathaus schickte, haben die Ermittler auch Veranstaltungstermine  im Blick. 

Nach der Bombendrohung am Donnerstag, der dritten innerhalb weniger Wochen, ermittelt die Polizei bei der Suche nach dem Täter weiter auf Hochtouren. Man gehe davon aus, dass es sich um ein und denselben Täter handelt, erläutert Polizeisprecher Torsten Werner: „Die E-Mails sprechen eine Sprache.“

Die Ermittler versuchen dabei auch, die Spuren des Täters im Internet nachzuverfolgen. Das sei jedoch schwierig, da es viele Möglichkeiten gebe, auch Wege der elektronischen Post zu verschleiern.

Zudem habe die Polizei Veranstaltungen und Themen im Blick, die an den Tagen der Bombendrohungen anstanden. Am 23. März und am vergangenen Donnerstag waren Sitzungen des Rechtsausschusses angesetzt, am 27. März die Stadtverordnetenversammlung. Die geplanten Themen spielten durchaus eine Rolle bei den Bewertungen und Ermittlungen, sagt Werner. Verschiedene Varianten seien denkbar. Unter anderem standen bei den anberaumten Sitzungen Themen wie ein sicherheitspolitisches Konzept für die Innenstadt und die Ausweitung der Videoüberwachung in Kassel auf der Tagesordnung.

Am kommenden Montag, 8. Mai, ist die nächste Stadtverordnetenversammlung geplant. „Wir können nicht ausschließen, dass wir auch eine vierte E-Mail erhalten“, sagt Werner mit Blick auf die nächsten Veranstaltungen und angesetzten Themen. Dafür halte die Polizei entsprechendes Personal vor. „Wir tun alles, damit die Sicherheit gewährleistet ist“, betont der Polizeihauptkommissar. Auch zur Bewertung der jeweiligen Gefährdungslage stehe man in engem Kontakt mit dem Oberbürgermeister und den Verantwortlichen im Rathaus sowie mit Fachleuten des polizeipsychologischen Diensts in Wiesbaden.

Darüber hinaus bittet die Polizei darum, dass sich eventuelle Zeugen melden. Denn es sei nicht ausgeschlossen, dass sich der Täter jemandem anvertraut habe, dass er vielleicht mit der Bombendrohung geprahlt habe oder sich auffällig über geplante Veranstaltungen und Themen ausgelassen habe.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, sollten sich bitte unter Tel. 9100 an die Polizei wenden.

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