Evakuierung lief laut Stadt problemlos - 1500 Menschen im Sperrgebiet

Weltkriegsbombe in Kassel am Mittwoch erfolgreich entschärft

Kassel. Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Mittwoch Kassel in Atem gehalten. Am späten Abend wurde der Blindgänger erfolgreich entschärft.

Der Artikel wurde zuletzt am 20.09.2018 um 00.41 Uhr aktualisiert: Alarm am Mittwochvormittag in der Kasseler Innenstadt: Auf der Baustelle der Evangelischen Bank am Ständeplatz ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Teile der Innenstadt wurden umgehend gesperrt, Busse und Straßenbahnen wurden umgeleitet.

In einem Radius von 350 Metern rund um die Fundstelle richtete die Feuerwehr eine Sperrzone ein. Rund 1500 Anwohner, die in dem Bereich gemeldet waren, wurden aufgefordert, Häuser und Wohnungen bis 19 Uhr zu verlassen. Zwischen 19 und 21 Uhr durchsuchten zahlreiche Rettungskräfte die Sperrzone. Die Räumung des Sicherheitsbereiches verlief ohne große Probleme, teilt die Stadt am Abend via Twitter mit.

Die Polizei teilte am Abend mit, dass bis auf wenige Ausnahmen alle Bewohner der Anweisungen der Polizei und Feuerwehr gefolgt sind und das Sperrgebiet zeitig verlassen haben. Einige wenige Uneinsichtige musste die Polizei aus dem Gefahrenbereich begleiten.

300 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, alle sieben freiwilligen Feuerwehren, der Rettungsdienst Kassel, der THW Kassel und Hofgeismar sowie Katastrophenschutzeinheiten von ASB, JUH und DRK waren heute in Kassel zusätzlich zur Polizei und dem Kampfmittelräumdienst im Einsatz.

Um kurz nach 21 Uhr gab die Polizei grünes Licht und die Entschärfung der englischen Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg begann. Nach mehr als zwei Stunden Bangen kam um 23.47 Uhr die erlösende Nachricht via Twitter: Die Bombe ist entschärft, die Gefahr ist gebannt. Allerdings bereitete ein verrosteter Zünder den Feuerwerkern Probleme, heißt es von der Polizei.

Bauarbeiten am Ständeplatz am Morgen eingestellt

Die Bauarbeiten am Ständeplatz wurden bereits am Mittwochmorgen eingestellt, der Kampfmittelräumdienst war bereits früh vor Ort. Schon gegen Mittag wurde die Fünffensterstraße aus Sicherheitsgründen von der Rathauskreuzung bis zum Ständeplatz und der Ständeplatz bis zum Scheidemannplatz für Fußgänger, Autofahrer, Busse und Trams für unbestimmte Zeit gesperrt.

Die englische Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hatte noch einen Zünder und lag in zwei Metern Tiefe. Sie hatte eine Länge von 70 Zentimetern und einen Durchmesser von 35 Zentimetern. Nach Angaben der Feuerwehr wog sie 114 Kilogramm. Im gesamten Stadtgebiet kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Anlaufstellen für Anwohner eingerichtet

Die Stadt Kassel hat den rund 1500 betroffenen Bewohnern Betreuungsstellen in der Stadthalle und in der documenta-Halle angeboten. Rund 210 Anwohner nutzten das Angebot, teilte die Stadt am Abend mit. Für kranke und bettlägerige Menschen gab es einen Transport in einen sicheren Bereich. Acht Menschen wurden vom Rettungsdienst abgeholt und nach der Entschärfung wieder nach Hause gefahren. Geschäfte und Lokale in der Innenstadt hatten bereits am frühen Nachmittag geschlossen. 

Spätestens um 19 Uhr mussten die Läden dann für den Mittwoch schließen. Im Kino "Cinestar" liefen seit dem frühen Nachmittag keine Filme mehr. Veranstaltungen, wie etwa im Theaterstübchen, wurden kurzerhand abgesagt. 

Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden

Blindgänger auf Baustelle am Ständeplatz gefunden
 © Wenzel
Blindgänger auf Baustelle am Ständeplatz gefunden
 © Wenzel
Blindgänger auf Baustelle am Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fische r
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Blindgänger auf Baustelle am Kasseler Ständeplatz gefunden
 © Andreas Fischer
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pi a Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
n Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus
Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
 © Pia Malmus

Staatstheater lud spontan Betroffene ins Schauspielhaus ein

Das Staatstheater hat am Nachmittag mitgeteilt, dass es all jene, die von der Evakuierung betroffen sind, am Abend ins Schauspielhaus eingeladen sind. Dort wurde "Moskitos" von Lucy Kirkwood aufgeführt.

Live-Infos: Aktuelle Nachrichten aus Kassel gibt es auch bei unserem Stadtmagazin Kassel Live.

Die Feuerwehr informierte am Mittwoch umfassend über Evakuierung

Bombe entschärft: Dieser Bereich war gesperrt

Die Feuerwehr hatte am Mittag einige Verhaltensregeln für eine Evakuierung herausgegeben: 

  • Packen Sie einen Rucksack/eine Tasche mit Ersatzkleidung, Hygieneartikeln sowie Ihren Medikamenten und den wichtigsten Dokumenten (Personalausweis, Krankenkassenkarte, u.ä.).
  • Sichern Sie beim Verlassen Ihre Wohnung: Haustüren und Fenster schließen. Rollläden offen lassen. Licht und Kerzen ausmachen.
  • Vergewissern Sie sich, dass sie Elektro- und Gasgeräte (Bügeleisen, Herd usw.) ausgeschaltet und alle Wasserhähne geschlossen haben.
  • Gas, Strom oder Wasser werden während der Entschärfung nicht abgestellt. Auch Sie müssen dies nicht machen.
  • Folgen Sie den Anweisungen der örtlichen Einsatzleitung bzw. der Einsatzkräfte vor Ort.
Hier wurde am Morgen eine Weltkriegsbombe entdeckt. Am Abend soll diese entschärft werden.

Informationen für die betroffenen Anwohner vor der Evakuierung

  • Alle Betroffenen mussten bis 19 Uhr ihre Wohnungen und Häuser und den Evakuierungsbereich verlassen.
  • Betreuungsstellen wurden eingerichtet in der Stadthalle Kassel (Holger-Börner-Platz 1, Eingang auf der Rückseite) sowie in der documenta-Halle am Friedrichsplatz. Ab 18.30 Uhr fuhren Busse der KVG von der Haltestelle "Karthäuser Straße" (Friedrich-Ebert-Straße, Höhe Alte Hauptpost) zur Betreuungsstelle in die Stadthalle. Haustiere konnten dorthin mitgenommen werden.
  • Die Elisabethkirche stand ab 19 Uhr für Betroffene offen. Die Stadtgliederung Kassel der Malteser boten Betreuung an.
  • Kranke oder bettlägrige Personen konnten einen Transport über die Rufnummer 19222 (Leitstelle Feuerwehr Kassel) anfordern. Notwendige Transporte mustten bis 18 Uhr angemeldet werden.
  • Straßen im Evakuierungsbereich waren ab 19 Uhr gesperrt.
  • Fahrzeuge, die innerhalb des Bereichs abgestellt sind, konnten erst nach der Beseitigung der Gefahr abgeholt werden.
  • Spätestens ab 19 Uhr waren auch alle Geschäfte und Einrichtungen geschlossen sein.

Einschränkungen im Verkehr

Wegen des Bombenfunds kam es im Straßenverkehr zu massiven Behinderungen. Durch die Innenstadt konnten keine Trams fahren. Laut Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) fuhren die Linien mit Abweichung vom Fahrplan:  

Linie 1: zwischen Vellmar und Ottostraße

Linie 3: zwischen Ihringshäuser Straße und Vellmar; zwischen Mattenberg und Bad Wilhelmshöhe

Linie 4: zwischen Hessisch Lichtenau und Vellmar; zwischen Druseltal und Stadthalle

Linie 5: zwischen Holländische Straße und Ottostraße; zwischen Baunatal und Auestadion

Linie 7: Zwischen Wolfsanger und Königsplatz; zwischen Mattenberg und Bad Wilhelmshöhe

Linie 8: Pendelbus von Hessenschanze über Friedrich-Ebert-Straße und Karthäuser Straße bis Hauptbahnhof

RT1 und 4: Richtung Kassel, über Lutherplatz zur Holländischen Straße

RT5: Richtung Kassel, vom Hauptbahnhof über Lutherplatz, Stern Richtung Leipziger Straße/Sandershäuser Straße

Jüngste Bombenfunde in Kassel

Erst am 30. Juli 2018 gab es Aufregung wegen eines Bombenfundes in Kassel. Eine Fliegerbombe wurde bei Bauarbeiten in der Westendstraße im Stadtteil Vorderer Westen entdeckt. Im Umkreis von 300 Metern mussten die Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen: Mehr als 300 Anwohner wurden am Ende wegen der Entschärfung evakuiert. Via Lautsprecher hielt die Polizei die Menschen vor Ort auf dem Laufenden. Die Entschärfung verlief ohne Zwischenfälle.

Im Mai 2018 wurde auch in der Karlsaue eine Bombe gefunden. Auch dieses Exemplar kam bei Bauarbeiten zu Tage. Der Park, die Kunst-Uni und mehrere Wohnungen wurden von Einsatzkräften evakuiert. Spezialkräfte entschärften letztlich die 250 Kilo schwere Bombe.

Rubriklistenbild: © Andreas Fischer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.