Bürger im Stich gelassen

Autolärm: Anwohner der Innenstadt kritisieren Stadtverwaltung und Polizei

Mitte. Anwohner in der Kasseler Innenstadt fordern mehr Unterstützung von der Stadtverwaltung und der Polizei, um nächtliche Ruhestörungen durch Auto-Rowdys zu verhindern.

Vor allem an den Wochenenden kriegen Bürger kaum ein Auge zu, weil in der City Rennen gefahren werdenund junge Autofans mitten in der Nacht für aufheulende Motoren, quietschende Reifen und laustarke Musik aus den Fahrzeugen sorgen.

„Dafür müssen doch mal Leute eingesetzt werden, dafür zahlen wir doch Steuern“, entrüstete sich eine Anwohnerin in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Mitte darüber, dass die Stadt trotz vielfacher Telefonanrufe von Bürgern nicht gegen die nächtlichen Ruhestörungen vorgeht.

Die genervten Innenstadt-Bewohner fühlen sich auch von der Polizei im Stich gelassen. Keiner kümmere sich darum, die Belästigungen abzustellen, kritisieren die von lärmenden Auto-Rowdys und Trinkern geplagten Bürger.

In mehreren Fällen hatten Bürger wegen des ohrenbetäubenden Lärms aus offenen Autotüren bei voll aufgedrehter Musik an der Wolfsschlucht oder Fünffensterstraße hilfesuchend die Polizei angerufen und die Autokennzeichen der beobachteten Fahrzeuge genannt. Doch von der Polizei, berichteten genervte Anwohner in der Sitzung des Ortsbeirats, höre man nur: „Können wir nichts machen, erstatten sie Anzeige.“

Auto-Rowdys und Trinker

Sind die Auto-Rowdys wieder weg, gehe es an der Fünffensterstraße mit Lärm und Gegröle weiter, berichteten Bürger. „Wenn die mit den Autorennen fertig sind, kommen die mit 2,8 Promille und machen einen Aufriss“, klagte eine Anwohnerin: „Das kann nicht sein.“

An der Fünffensterstraße gibt es Kneipen, die mit einer 23-Stunden-Konzession fast rund um die Uhr offen haben dürfen. Der Ortsbeirat will jetzt von der Stadt wissen, wieso diese Lokale an der Fünffensterstraße eine solche 23-Stunden-Konzession bekommen und ob dort ein Bordell im Obergeschoss des Hauses überhaupt rechtlich zulässig ist.

Innenstadt-Bewohner hätten immer wieder auf die Lärmbelästigung und die Gefahren durch rasende Autofahrer hingewiesen, die ein „unerträgliches Maß“ erreicht hätten, sagte Ortsvorsteher Christian Schnittker (Grüne). Die Stadt solle auch das Gespräch mit den Eigentümern der Häuser an der Fünffensterstraße sowie mit den Gastwirten suchen, um die Belästigungen in den Griff zu kriegen, forderte Schnittker.

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