Wegen Corona ist offene Sprechstunde gestrichen

Bürgerbüro Kassel: Vier Wochen Wartezeit bis zum Termin

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Regelmäßige Desinfektion: Pia Bernd reinigt den Unterschriften-Pad am Infoschalter von Kollege Tom Peeters, der hinter einer Acylglasscheibe arbeitet.

Mit den Lockerungen ist kurz vor Beginn der Feriensaison die Reiselust zurückgekehrt. Vielen Menschen fällt jetzt auf, dass ihre Ausweispapiere abgelaufen sind oder das Kind noch keinen Reisepass hat. Das macht sich auch im Kasseler Bürgerbüro bemerkbar.

Kassel - Die Nachfrage nach Terminen sei mit der Aufhebung der Reisebeschränkungen sprunghaft gestiegen, berichtet Anja Morell, Leiterin des städtischen Bürgeramts.

Eine offene Sprechstunde gibt es im Bürgerbüro während der Corona-Pandemie nicht. Im Wartebereich sollen nicht zu viele Menschen aufeinandertreffen. Wer einen neuen Ausweis braucht oder sich ummelden will, muss vorher einen Termin vereinbaren. Derzeit gibt es dabei einen Vorlauf von vier Wochen: Die nächsten regulären Termine gibt es ab 21. Juli.

Man habe jedoch immer ein Notfallkontingent für dringende Angelegenheiten, betont Morell. Eine Reise, die man sonst nicht antreten könnte, könne ein Grund für einen kurzfristigen Termin sein, ebenso die Zulassung zu einer Prüfung, für die ein aktueller Ausweis vorgelegt werden müsse, oder die Beantragung eines Kredits bei der Bank.

Unter normalen Bedingungen werden im Bürgeramt pro Monat etwa 6500 Termine vergeben (vereinbart und spontan). Aktuell könne man 1400 Termine pro Woche anbieten, sagt Amtsleiterin Morell – also rund 5600 im Monat. Das sind etwa 15 Prozent weniger als regulär. Die Öffnungszeiten sind nicht mehr eingeschränkt, nur können aufgrund der Abstandsgebote weniger Menschen kommen.

Termine werden im Viertelstundentakt angeboten. Während man anfangs lediglich vier Termine gleichzeitig vergeben habe, seien inzwischen umfangreiche Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen getroffen, sodass man aktuell acht Termine pro Viertelstunde anbiete, so Morell. Dabei sei zu bedenken, dass zu einem Termin mitunter mehrköpfige Familien erscheinen. Je nach dem Infektionsgeschehen und den Erfahrungen, die man im laufenden Betrieb mache, wolle man das Angebot nach und nach erweitern, sagt Morell.

Inzwischen sind alle Arbeitsplätze im Bürgerbüro mit Acrylglascheiben zwischen Sachbearbeiter und Kunde ausgestattet. Die Bildschirme, auf denen Dokumente digital unterschrieben werden können, Fingerabdruckscanner und die Tischfläche werden nach jeder Nutzung desinfiziert. Am Eingang kontrolliert ein Sicherheitsdienst den Zutritt. Der Einlass erfolgt erst kurz vor dem Termin. Damit es in den Fluren zu möglichst wenig Begegnungen von Besuchern kommt, gilt eine „Einbahnstraßenregelung“, der Ausgang erfolgt zur Fünffensterstraße.

Der Vorteil der Coronabedingungen: So entspannt wie derzeit war ein Besuch im Bürgerbüro wohl selten. Und wer erst mal einen Termin ergattert hat, muss vor Ort mit keiner Wartezeit mehr rechnen. 

Terminvergabe unter der Behördennummer (0561)115 und dem Kurzlink zu.hna.de/bbtermin

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