Ökumenischer Gottesdienst in Martinskirche

Bundesweite Aktionswoche der Kirchen startete in Kassel

Kassel. Mit dem Thema "Kinderwunsch, Wunschkind, Designerbaby"beschäftigt sich die Woche für das Leben der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland.

Die bundesweite Aktionswoche ist am Samstag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Martinskirche eröffnet worden.  

Wissenschaft und Technik machen es möglich: Schon heute sind Eizellen für eine künstliche Befruchtung im Internet auswählbar und erwerbbar – inklusive der gewünschten Augenfarbe und des präferierten Bräunegrades. Wer diese Angebote nutze, habe meist eine lange Leidensgeschichte ersehnter Elternschaft wegen eines unerfüllten Kinderwunsches hinter sich. Der zunehmenden „Ökonomisierung des Lebens“ müssten dennoch Grenzen gesetzt werden, betonte am Samstag Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), in der Kasseler Martinskirche. Denn ein Umgang mit menschlichem Leben als Ware widerspräche einer Sozialkultur, in deren Zentrum die Würde des Menschen stehe. Bedford-Strohm: „Es hat seine guten Gründe, dass das deutsche Embryonenschutzgesetz gegenüber der Verzweckung menschlichen Lebens eine klare Sperre einbaut.“

Designerbaby im Angebot

Mit einem ökumenischen Gottesdienst ist am Samstag in Kassel die bundesweite „Woche für das Leben 2017“ eröffnet worden. Unter dem Titel „Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby“ setzt sie sich mit den Wünschen nach einer sorgenfreien Schwangerschaft, einer glücklichen Geburt, einem gesunden Kind und einem guten Heranwachsen des Kindes auseinander. Neben Bedford-Strohm wirkten an dem Auftakt-Gottesdienst in Kassel der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, Bischof Martin Hein (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck), Bischof Heinz Josef Algermissen (Bistum Fulda) sowie Stadtdekanin Barbara Heinrich mit.

„Ein Kind ist ein Wunder“, sagte Kardinal Marx. Deshalb sei es verständlich, dass Kinder für viele Menschen aus einer gelungenen Lebensplanung nicht wegzudenken seien. Wenn der Kindersegen jedoch ausbleibe, biete die heutige Medizin Handlungs- und Behandlungsmöglichkeiten an. Diese aber würden auch Fragen aufwerfen und Bedenken auslösen, betonte Marx in der Martinskirche. Es gelte daher, „den klaren Blick für die drohenden Verhängnisse zu bewahren, die sich aus der Anwendung von Technik ergeben können, und der technischen Machbarkeit nicht blind zu vertrauen“.

Die „Woche für das Leben“ ist eine Aktionswoche der evangelischen und katholischen Kirche. Sie setzt sich seit 1991 mit wechselnden Schwerpunkten für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende ein. 2017 steht sie bundesweit vom 29. April bis 6. Mai unter dem Thema „Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby: Wie weit gehen?“

Nähere Informationen gibt es unter www.woche-fuer-das-leben.de.

Rubriklistenbild: © Fischer

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.