Filiale war drei Wochen geschlossen

Statikprobleme bei C&A in Kassel: Modehaus öffnet am Montag wieder auf Teilfläche

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Kunden stehen bei C&A vor verschlossenen Türen: Egon und Lissy Berg aus Kassel haben erst durch den Aushang an den Türen von der vorübergehenden Schließung des Modehauses auf dem Opernplatz erfahren.

Die C&A-Filiale in Kassel ist aufgrund statischer Probleme seit drei Wochen geschlossen. Am Montag öffnet das Modehaus wieder - zumindest auf einer Teilfäche. 

Update am 03.11.2019 um 17.40 Uhr - Nach dreiwöchiger Schließung wegen Bau-Problemen öffnet das Kasseler C&A-Modehaus wieder am Montag, 4. November, in eingeschränkter Form. Ins Haus kommt man vorerst nur über die Königs-Galerie.

Wegen laufender Modernisierungsarbeiten könne der Verkauf derzeit nur in einem Teilbereich weitergehen, teilte das Unternehmen mit: Auf einer Fläche von 1300 Quadratmetern im 2. Obergeschoss werde ab Montag, 9.30 Uhr, eine Auswahl an Damen-, Herren- und Kinderbekleidung angeboten. 

Zugang zum C&A nur über die angrenzende Königs-Galerie

Der Zugang in diesen Bereich sei momentan nur über die Rolltreppe von der Königs-Galerie aus möglich. Im weiteren Verlauf der Umbauarbeiten will C&A in dem Modehaus jeweils andere Flächen für den Verkauf herrichten.

Die C&A-Filiale Kassel soll modernisiert werden 

Im Rahmen einer europaweiten Neugestaltung lässt C&A auch die Filiale in Kassel modernisieren. Die besteht seit 1960 und wurde zuletzt 2012 umgebaut.

Update am 19.10.2019 um 13.45 Uhr - Auch eine Woche nach der vorübergehenden Schließung der Kasseler C&A-Filiale auf dem Opernplatz sind immer noch unzählige Kunden überrascht, dass sie vor verschlossenen Türen stehen. Von der Schließung haben sie bis noch nichts mitbekommen.

Während sich einige von ihnen schon aus weiter Entfernung wieder vom Modehaus abwenden, gehen andere bewusst zu den Aushängen, die am Eingangsbereich hängen. Vereinzelt versuchen Kunden auch, die Türen zu öffnen – allerdings vergeblich.

C&A Kassel: Noch ist nicht klar, wann die Filiale wieder öffnet

Wir haben uns vor Ort umgehört, was die Kunden dazu sagen und wo sie nun ihren Einkauf erledigen. Denn immer noch ist unklar, wie lange das Gebäude auf dem Opernplatz – das wegen statischer Probleme mit den abgehangenen Decken – geschlossen bleibt.

Erst durch den Aushang haben am Donnerstagvormittag auch Lissy und Egon Berg aus Kassel erfahren, dass C&A geschlossen ist. Verwundert standen sie vor den Informationen am Eingang. „Ich hatte das schon in der HNA gelesen, aber nicht richtig“, sagt der Kasseler, der mit seiner Frau Lissy öfters mal bei C&A einkauft. „Ich wusste nicht, dass C&A jetzt schon geschlossen ist. Das ist jetzt natürlich blöd.“

Ähnlich spielte sich die Situation auch bei Familie Lohmann ab, die am Donnerstag aus Paderborn zu Gast in der Kasseler Innenstadt waren. „Wir wollten ein bisschen bummeln, weil C&A hier etwas größer ist als in anderen Städten“, sagt Vater Lohmann. Aus diesem Vorhaben wurde für viele Kunden an diesem Tag aber nichts.

„Ich habe Sachen zum Umtauschen, die ich vor zehn Tagen gekauft habe“, sagt eine Kundin aus Kassel. Wie es nun für sie weitergeht, weiß sie nicht: „Ich überlege, was ich jetzt machen soll. Ich kaufe hier immer ein, keine Ahnung.“

C&A: Ausweich-Filialen in Baunatal und Bad Wildungen für einige Kunden keine Option

Überrascht stand auch Ella Philippi aus Melsungen am Donnerstagvormittag vor dem C&A-Gebäude. „Ich wollte eigentlich in das Schuhgeschäft im zweiten Stock“, sagt die Kundin, die von der vorübergehenden Schließung bisher noch nichts mitbekommen hat. Die Filialen in Baunatal und Bad Wildungen, die auf dem Informationsaushang von C&A als Ausweichmöglichkeiten angegeben sind, würde Philippi aber nicht nutzen. „In Baunatal würde ich jetzt nicht aussteigen, hier gibt es einfach viel mehr Möglichkeiten.“

C&A Kassel: Nach vorübergehender Schließung - Was passiert mit den Mitarbeitern?

Außerdem betont die Melsungerin: „Das ist ja auch für die Mitarbeiter doof. Was passiert denn jetzt mit denen?“ Auch auf Anfrage unserer Zeitung konnte uns C&A bis jetzt noch keine neuen Informationen zum aktuellen Stand geben.

Die Ungewissheit sorgt auch vor den Türen des Modehauses für Unverständnis: „Sie wissen ja auch nicht, wie lange das Geschäft geschlossen bleibt. Das ist schon doof“, sagt die Niestetalerin Elke Diehl. Viele Kunden müssen sich nun ein anderes Geschäft suchen – so auch eine Kasseler Kundin: „Ich habe hier lange eingekauft – vor allem für meine drei Kinder. Die Qualität ist super und es ist günstig“, sagt sie. Die vorübergehende Schließung sei für sie zwar eine Herausforderung, aber nachvollziehbar: „Es geht ja nicht, dass da etwas kaputt ist und C&A die Kunden nicht darüber informiert. Sie müssen ja Bescheid geben.“

Update am 16.10.2019 um 13.40 Uhr - Mit C&A kam zeitgemäße Mode für erschwingliche Preise nach Kassel: Als sich am 1. April 1960 die Türen des Kaufhauses am Opernplatz öffneten, hatten die Sicherheitsleute alle Hände voll zu tun. Die Massen drängten ab 11 Uhr in das neu gebaute Haus, das damals noch unter dem Namen „C&A Brenninkmeyer“ firmierte und von Zeitgenossen den nicht ganz so schmeichelhaften Spitznamen „Clamotten-August“ bekam. Dieser bezieht sich auf die Anfangsbuchstaben der Firmengründer Clemens und August Brenninkmeyer.

Wo heute das Modehaus steht, befand sich vor dem Zweiten Weltkrieg mit dem 1773 erbauten Waitzschen Palais ein palastartiges Gebäude der Familie Waitz von Eschen. Es fiel 1943 den Bomben zum Opfer. Mehr als 15 Jahre klaffte in zentraler Lage eine hässliche Kriegslücke. Diese wurde zwischenzeitlich nur durch eine Behelfsbaracke für ein Postamt gefüllt.

Eröffnung Brenninkmeyer C&A 1. April 1960 in Kassel, Spohrplatz

Innerhalb von nur fünf Monaten Bauzeit wurde diese ab 1959 geschlossen. Die Bauherren rühmten sich seinerzeit, für den Rohbau nur 68 Arbeitstage gebraucht zu haben. „Als bauliches Schmuckstück“ feierte unsere Zeitung das Ergebnis.

Für Begeisterung sorgten seinerzeit auch die eingebauten Rolltreppen. Diese konnten 7000 Personen in der Stunde befördern – damals ein Novum.

Auch das Einkaufserlebnis unterschied sich zur damaligen Zeit noch von anderen Kaufhäusern. Bei C&A konnten sich die Kunden selbstständig umschauen, ohne unmittelbar von Verkäufern beraten zu werden – was damals noch üblich war. „Das Prinzip des halben Selbstbedienens“ wurde es genannt.

Als die Massen strömten: Die Wachleute hatten bei der Eröffnung vor 59 Jahren alle Hände voll zu tun.

Auch wenn das Modehaus in den vergangenen Jahrzehnten häufig umgebaut wurde – zuletzt 2012 – hat sich das Konzept, moderne Bekleidung für günstige Preise anzubieten, seit damals nicht verändert. Für die Mode gilt das nicht, wie ältere Anzeigen (siehe unten) zeigen.

Update am 15.10.2019 um 16.55 Uhr - Die Kasseler Filiale von C&A auf dem Opernplatz bleibt wegen Problemen mit den abgehängten Decken im Modehaus auf unbestimmte Zeit geschlossen. 

Im Zuge der geplanten Sanierung des Gebäudes sei festgestellt worden, dass die Gipskartondecken ebenfalls erneuert werden müssen, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Im laufenden Betrieb sei dies nicht möglich.

Weil die Arbeiten offenbar dringlich sind, prüft C&A derzeit, ob den Kunden während der Sanierung eine Möglichkeit gegeben werden kann, auf Ausweichflächen am Standort einzukaufen oder Teile des Geschäfts begehbar gemacht werden können.

Wie lange die Prüfung dauert und wann C&A frühestens wieder öffnen kann, dazu konnte die Sprecherin noch keine Angaben machen. In dem Geschäft arbeiten etwa 100 Mitarbeiter.

C&A in Kassel geschlossen: Technische Probleme sollen Ursache sein

Update am 14.10.2019 um 21.22 Uhr - Bei Voruntersuchungen für einen geplanten umfangreichen Umbau des C&A in Kassel kamen Bedenken statischer Art wegen der Rigipsdecken auf. Das erklärte Filialleiter Bernhard Grotehans am späten Montagabend gegenüber unserer Zeitung. Aus Sicherheitsgründen sei das Haus daher noch am Freitag geschlossen worden. 

Seit dem Wochenende geschlossen: Die Kasseler C&A-Filiale

Kassels C&A-Chef Grotehans betonte aber zugleich: „Es hat zu keiner Zeit eine Gefahr für die Kunden bestanden.“ Mittlerweile hat laut Grotehans ein Gutachter die Situation geprüft. Das Ergebnis steht noch aus. Es wird im Laufe der Woche erwartet. Sobald es vorliegt, soll entschieden werden, wie es mit der Filiale weitergeht. Möglich ist, dass das Textilhaus dann wieder öffnet – eventuell also auch noch diese Woche. 

C&A in Kassel: Kunden waren von Schließung überrascht

Grotehans wies am Abend auch darauf hin, dass die Probleme nichts mit der Statik des gesamten Gebäudes zu tun hätten. Für die nächsten Tage hat der Filialleiter auf alle Fälle noch eine Pressemitteilung angekündigt. Darin wird es womöglich weitere Erklärungen geben. Das könnte dann auch die eigentlich geplante Sanierung des Hauses am Opernplatz betreffen. 

In den vergangenen Tagen waren die Kunden zumindest überrascht, dass sie vor verschlossenen Türen der C&A-Filiale am Opernplatz standen. Viele drehten sich verwundert ab und fragten sich, warum das Geschäft nicht geöffnet hat. An den Türen hatten sie lediglich Aushänge an den Eingängen entdecken können. Darin hieß es, dass die Filiale „aufgrund einer technischen Revision“ vorübergehend geschlossen sei. Die Kunden wurden auf Filialen in Bad Wildungen und Baunatal verwiesen. In Baunatal befindet sich C&A im Ratio-Land. 

Das Geschäft am Opernplatz in Kassel ist eins von annähernd 1900 des Textilunternehmens, das Filialen in insgesamt 21 Ländern hat. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen annähernd 13 400 Mitarbeiter.

Erstmeldung vom 14.10.2019: C&A in Kassel geschlossen

Ein Zettel am Eingang weist darauf hin, dass das Textilkaufhaus wegen einer „technischen Revision vorübergehend“ nicht geöffnet ist. Kunden werden auf die Filialen in Baunatal (Ratio-Land) und Bad Wildungen verwiesen.

Die Pressestelle von C&A und der Leiter der Kasseler Filiale waren am Montagnachmittag nicht zu erreichen. Alexander Wild, der Vorsitzende der City-Kaufleute, sagte auf HNA-Anfrage, er wisse von der Schließung und habe sich bereits zu den Ursachen erkundigt. Konkreter wollte er nicht werden. Nur so viel: „Es handelt sich um technische Probleme. Aber nichts Dramatisches.“

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Kommentare

motzzzAntwort
(0)(1)

Selbstverständlich ist es ein Zweckbau. Ebenso wie der Kaufhof und 4/5 der Innenstadt. Würde man sämtliche Zweckbauten entfernen, sähe Kassel verdammt leer aus.

ButternutAntwort
(0)(1)

Ich bin bei Ihnen, ich finde es ist ein Schandfleck. Dabei habe ich weder Grundsätzlich ein Problem mit Nachkriegsarchitektur, noch mit moderner Architektur. Aber das Gebäude vom C & A halte ich für austauschwürdig.

ButternutAntwort
(1)(0)

Ich geb es zu, es war Polemik.

Kommentare

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