Kongress Palais: 500 Frauen im Publikum

"The Chippendales" in Kassel: Ein Ex-Bachelor und viel nackte Männerhaut

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Er schlüpfte in die Rolle des Moderators: Paul Janke war im Jahr 2002 der Bachelor bei RTL. Mehr als seinen nackten Oberkörper präsentierte er den Frauen in der Stadthalle aber nicht.

Rund 500 Frauen verfolgten am Montagabend die weltbekannte Männer-Show und Strip-Truppe "The Chippendales" im Kasseler Kongress Palais. 

Die meisten haben sich in Schale geworfen. Sie tragen ein kleines Schwarzes mit hochhackigen Schuhen oder eine elegante Hose mit schickem Oberteil. Viele scheinen erst kürzlich beim Friseur gewesen zu sein. Sie sehen aus, als ob sie ein Rendevouz haben.

Das haben sie auch, aber nicht nur mit einem Mann. Sie freuen sich auf zehn knackige Kerle, die auch noch richtig gut tanzen können und gern Haut zeigen. Aber keine Frau hat hier einen Mann an diesem Abend für sich allein: Sie muss ihn mit 500 Geschlechtsgenossinnen und einer Handvoll Männer, die hier irgendwie fehl am Platz wirken, teilen. So ist das eben, wenn man sich mit der weltbekannten Männer-Show- und Strip-Truppe „The Chippendales“ amüsieren möchte.

"Chippendales" in Kassel: Nur gucken, nicht anfassen

„Wir sind hier nur zum Gucken, nicht zum Anfassen“, macht Ariane Kalb vor Beginn der Show mit dem eindeutigen Titel „Let’s Misbehave“ („Lass uns unartig sein“) deutlich. Sie hat das Ticket von Sabrina Schindewolf und deren Mutter Petra Gombert zum Geburtstag geschenkt bekommen. 

„Das ist eine Premiere für uns alle“, sagt Sabrina Schindewolf. Sie freue sich besonders auf Paul Janke. Der war vor sieben Jahren der „Bachelor“ bei RTL und ist bei vielen Frauen noch immer sehr beliebt. „Das ist ein cooler Typ, der muss sich nicht mal nackig machen“, sagt Sabrina Schindewolf.

Das macht Janke, der durch das Programm mit den „Chippendales“ aus Las Vegas führt, auch nur ein wenig. Mehr als seinen nackten Oberkörper wird er in der knapp zweistündigen Show mit Pause nicht zeigen.

Zum Schluss in Boxershorts auf der Bühne in Kassel

Für die nackten Tatsachen auf der Bühne sind die US-Boys zuständig. Ob nun in schwarzer Jeans und Lederjacke, als Bauarbeiter mit Hammer in der Hand, als Kapitän, als Polizist, als Cowboy oder als Boygroup.

Bei jeder Nummer lassen sie zu lauten, mal wummigen, mal soften Klängen die Hüllen fallen: Zuerst das Oberteil, dann folgt ein Muskelshirt, das aufgerissen und in die Menge geworfen wird. Um die zerfetzten Teile gibt es unter den Frauen, die zwischen 34,90 und 95 Euro für eine Karte gezahlt haben, mitunter Gerangel. Anschließend schwinden die Hosen der „Chippendales“. Zum Schluss stehen die durchtrainierten Männer in Boxershorts auf der Bühne und zeigen den Frauen ihren nackten Hintern.

Nackte Tatsachen: Am Ende jeder Nummer zeigten die „Chippendales“ sich dem vornehmlich weiblichen Publikum von hinten.

Noch mehr bekommen nur die Damen zu sehen, die sich trauen, beim Programm auf der Bühne mitzuwirken. Wer sich dazu entscheidet, darf keine Hemmungen haben. Eine Frau, die schätzungsweise schon sechs runde Geburtstage feiern durfte, demonstriert mit einem „Chippendale“ auf der Bühne, welche Stellung sie beim Geschlechtsverkehr bevorzugt.

Gegröle und Applaus im Kongress Palais Kassel

Die Zuschauerinnen unten belohnen solche freizügigen Darbietungen mit Gegröle und Applaus. Für solch einen Einsatz gibt es vom „Bachelor“ natürlich eine rote Rose. „Es ist genial“, schwärmt Sandra, die in einem Café im Harz arbeitet, in der Pause. Zusammen mit der Chefin und weiteren Kolleginnen ist sie nach Kassel gekommen, um ihr 25-jähriges Dienstjubiläum zu feiern. 

„Wir haben hier richtig Spaß“, schwärmen die Kolleginnen. Der Chef habe ihnen noch extra Geld mitgegeben, damit sie sich auch mit Sekt eindecken können. Hier haben an diesem Abend eindeutig die Frauen das Sagen. „Unser Fahrer sitzt draußen und trinkt eine Cola.“

Apropos Männer – Sascha aus Witzenhausen ist einer der wenigen im Publikum. Er hat seiner Frau Julia die Karte als Überraschung geschenkt und sich auch gleich eine besorgt. Und wie gefällt ihm die Show der Stripper? „Unterhaltsam.“ Zudem finde er es gut, zu sehen, wie sich Frauen benehmen, wenn ihre Männer mal nicht dabei sind.

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