Bundesvorsitzender der FDP sprach vor über 300 Menschen auf dem Opernplatz

Christian Lindner (FDP) in Kassel: Selfie mit dem Hoffnungsträger

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Ein guter Redner: Christian Lindner, Bundesvorsitzender der Liberalen, bei der Wahlkampfveranstaltung auf dem Opernplatz vor über 300 Zuhörern.

Kassel. Er kommt bei jungen Leuten gut an, auch wenn sie ein anderes Parteibuch haben. „Wir wollen den neuen Vizekanzler anschauen“, sagt am Dienstagnachmittag der 19-jährige Marius Schmidt aus Kaufungen auf dem Opernplatz.

Er und seine Freunde sind Mitglieder bei der Jungen Union. So auch Paul Kleister (19) aus Kassel. Über Christian Lindner, den Bundesvorsitzenden der FDP, denkt er: „Das ist ein geiler Typ. Wie der sich präsentiert und artikuliert und in Szene setzt. Das ist ein richtiges Aushängeschild. So eine Nachwuchskraft würde auch der CDU gut tun.“

Als Lindner dann mit rund 40 Minuten Verspätung bei der Wahlkampfveranstaltung der FDP in der Innenstadt eintrifft, stellt er gleich unter Beweis, dass er weiß, wie man mit jungen Wählern umgehen muss. Er stellt sich auf die Bühne und macht ein Selfie von sich und den mehr als 300 Zuhörern auf dem Opernplatz. „Das beeindruckende Bild musste ich festhalten“, sagt der Mann im dunkelblauen Anzug. Trotz kleiner Regenschauer sind die Menschen geblieben, um den 38-jährigen Hoffnungsträger der FDP zu hören.

Lindner ist ein guter Redner. Pointiert trägt der Mann mit Dreitragebart seine Themen vor. „Bildung ist für uns die Schlüsselfrage, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht“, sagt er. Es könne nicht angehen, dass es in Deutschland jedes Jahr noch immer 50 000 junge Menschen gibt, die ohne Abschluss die Schule verlassen. „Was soll aus denen werden?“, fragt Lindner und liefert gleich die Antwort. „Abhängigkeit vom Wohlfahrtsstaat.“ Das wolle die FDP nicht mitmachen. Das Bildungssystem müsse so ausgestattet werden, dass kein junger Mensch mehr die Schule ohne Abschluss verlässt.

Bildung und Digitalisierung seien die beiden wichtigsten Zukunftsfragen, die beim Kanzlerduell im Fernsehen nicht angesprochen wurden, sagt Lindner. „Der Staat selbst muss digitalisiert werden.“ In Deutschland gebe es in diesem Bereich viel zu viele Defizite. „In Estland kann man alles online machen, die Steuererklärung in drei Minuten. Warum geht das bei uns nicht?“, fragt der Bundesvorsitzende der FDP. Das kommt an. Applaus und Lacher für Lindner. Die erntet er auch, als er die Kanzlerin kritisiert. „Die Politik von Angela Merkel ist nach dem Bravo-Hits-Prinzip angelegt. Von allen (Parteien) das Beste entnehmen.“

Lindner tritt dafür ein, dass in Deutschland sich wieder mehr Menschen Eigentum anschaffen, um auch der Altersarmut entgegenzuwirken. Dafür müsse aber die Mitte der Gesellschaft bei den Steuern entlastet und die Grunderwerbssteuer gestrichen werden. Ziel müsse es sein, dass jeder am Ende des Berufslebens in seiner eigenen Wohnung leben kann.

Am Ende der Wahlveranstaltung strömen viele Anhänger und Parteifreunde zur Bühne, um sich mit Lindner ablichten zu lassen. Per Selfie. Selbstverständlich.

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