Pionierin der Öko-Mode sucht Nachfolger

Dagmar Christoph gibt ihre Boutique Ginkgo in der Kö-Galerie auf

Viele Stammkundinnen für Mode aus Naturmaterialien: Dagmar Christoph sucht Nachfolger für ihren Modeladen, den sie seit 25 Jahren in der Königs-Galerie betreibt.
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Viele Stammkundinnen für Mode aus Naturmaterialien: Dagmar Christoph sucht Nachfolger für ihren Modeladen, den sie seit 25 Jahren in der Königs-Galerie betreibt.

Nachhaltige Mode ist heute in aller Munde, aber vor 25 Jahren war schicke Kleidung aus Öko-Materialien noch eine Seltenheit.

Dagmar Christoph gehörte mit ihrer Boutique „Ginkgo“ in der Königs-Galerie zu den ersten in Kassel, die auf den Zukunftstrend gesetzt haben.

Nun sieht sich die 70-Jährige aus Gesundheitsgründen gezwungen, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen. „Ich muss weniger arbeiten“, sagt sie. Damit der gut eingeführte Modeladen mit einem hohen Anteil an Stammkundinnen nicht schließen muss, hofft die Ginkgo-Inhaberin, jemanden zu finden, der ihre Modeboutique weiterführt.

Sie würde das auch noch ein, zwei Jahre tatkräftig begleiten und neue Betreiber etwa bei Einkauf, Messekontakten und Marketing unterstützen, sagt Dagmar Christoph. Denn wenn sie auch eine Ausstiegsperspektive suche – zusehen, wie das von ihr aufgebaute Geschäft einfach verschwindet, wolle sie nicht.

Seit der Eröffnung der Königs-Galerie 1995 gibt es den Laden schon, bereits zwei Jahre zuvor war das damals neue Modekonzept in Vellmar gegründet worden. Das Modeangebot richtet sich an reifere Kundinnen ab etwa 50, die Wert auf Naturmaterialien und dennoch modische Schnitte legen. Alles bei Ginkgo ist aus kontrolliert biologischer Baumwolle, Leinen, Hanf und ähnlichen Öko-Rohstoffen. „Aber wie öko soll es natürlich nicht aussehen“, sagt die Inhaberin: „Da hat es eine unglaubliche Entwicklung gegeben.“

Diese Entwicklung hat Dagmar Christoph wie kaum eine Branchenkollegin in Kassel begleitet und teilweise auch mitgeprägt. Der Elan fürs Geschäft ist auch mit 70 noch da. Aber mit Blick auf die Gesundheit hätten Tochter und Schwiegersohn – beide Mediziner – dringend zum Kürzertreten geraten.

Von der überstandenen Corona-Phase abgesehen, liefen die Geschäfte bei Ginkgo gut, sagt die Inhaberin, die bislag erfolglos versucht hat, über die IHK, den Einzelhandelsverband sowie aus dem eigenen Mitarbeiterinnen-Team Interessenten für eine Nachfolge zu finden. Deswegen wende sie sich nun an die Öffentlichkeit, damit ihr Laden eine Zukunft haben kann.

Die Boutique sei ohne alte Warenbestände zu übernehmen, bei der Einrichtung signalisierte Dagmar Christoph Entgegenkommen, falls es mit einer Nachfolge klappen würde. Das Management der Königs-Galerie habe sich dafür offen gezeigt, eine solche Lösung zu ermöglichen. Und die fünf Mitarbeiterinnen, davon zwei Festangestellte, „würden auch alle bleiben“.

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