Freitagabend in Kasseler Innenstadt

Verbotene Öcalan-Bilder, Pyrotechnik, Stein- und Flaschenwürfe: Polizei wegen Demo im Großeinsatz

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Sitz-Demo auf der Wilhelmsstraße.

In Kassel kam es am Freitagabend wegen einer Demo zu einem Großeinsatz der Polizei. Einige Teilnehmer zündeten Pyrotechnik, andere zeigten verbotene Fotos, Beamte wurden beworfen.

Aktualisiert am Samstag um 9.31 Uhr. Der Aufzug mit 180 Teilnehmern, so die Schätzung der Polizei, war am Nachmittag unter dem Motto "Rechtsruck aufhalten und Repression zerschlagen" am Auestadion gestartet. Kurz vor Eintreffen am Rathaus brannten einige Teilnehmer Pyrotechnik ab. Die Zwischenkundgebung am Kasseler Rathaus verlief dann ohne weitere Vorfälle.

Doch gegen 18.10 Uhr entdeckten Beamte, dass einzelne Demonstranten auf der Oberen Königsstraße Bilder des PKK-Führers Abdullah Öcalan zeigten, was in Deutschland verboten ist. Außerdem wurden Parolen gerufen, die einen Bezug zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK haben. Die ist in Deutschland verboten, da sie als terroristische Vereinigung eingestuft wird. Dieses Verbot sei auch Teil der Auflagen gewesen, die die Stadt Kassel erteilt hatte, als sie die Demonstration genehmigte, heißt es bei der Polizei. Und auch der Einsatzleiter der Polizei habe zu Beginn der Demo auf das Verbot aufmerksam gemacht.

Die Polizei hält die Demonstranten in der Kasseler Innenstadt auf.

Doch die Demonstranten zeigten auf der Oberen Königsstraße nicht nur Öcalan-Bilder. Einige zündeten abermals Pyrotechnik und mehrere Rauchkörper, wie die Polizei mitteilt.

"Aufgrund der festgestellten Straftaten und der zahlreichen Verstöße gegen die Auflagen" hielt die Polizei den Demonstrationszug an. Der Einsatzleiter nahm Kontakt mit dem Versammlungsleiter auf. Die Polizei berichtet weiter: "Währenddessen versuchten mehrere Personen aus der Versammlung heraus, die polizeiliche Absperrung gewaltsam zu durchbrechen, was durch die eingesetzten Beamten, teils unter dem Einsatz von Pfefferspray und unmittelbaren Zwanges, verhindert werden konnte. Dabei schlug eine Frau mit einer Fahnenstange auf einen Beamten ein, der jedoch unverletzt blieb. Der Versammlungsleiter erklärte daraufhin den Aufzug gegen 18.20 Uhr für beendet. Über Lautsprecherdurchsagen informierte die Polizei die Teilnehmer über diese Entscheidung."

Stein- und Flaschenwürfe

Die meisten der Demonstranten hätten daraufhin die Obere Königsstraße verlassen. Eine Gruppe von etwa 30 Personen ging allerdings weiter auf die Wilhelmsstraße und rief weiterhin verbotene Parolen. Auf Höhe der Wolfsschlucht setzten sich die Frauen und Männer sich auf die Straße. Als die Polizei die Personalien der Personen aufnehmen wollte, hätten einige die Beamten mit Steinen und Flaschen beworfen.

Sitz-Demo auf der Wilhelmsstraße.

Zwei Männer wurden wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte festgenommen. Alle anderen mussten gegen 20 Uhr den Bereich verlassen, nachdem die Polizei die Personalien aufgenommen hatte.

Demonstranten werden von der Polizei abgeführt.

Ein Teilnehmer soll "möglicherweise wegen der Einwirkung des Pfeffersprays" später vom Rettungsdienst behandelt worden sein. Ansonsten habe die Polizei keine Erkenntnisse über verletzte Personen - weder auf Seite der Demonstranten, noch auf der der Polizei.

Die Ermittlungen gegen einige Demo-Teilnehmer dauern an.

Erst Ende Oktober hatte es eine Kurden-Demo in Kassel gegeben. Daraufhin gab es gegenüber der Polizei Schuldzuweisungen.

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