Beide Lager werfen sich Spaltung vor

Demos in Kassel: Pfiffe bei der Nationalhymne

Überall gab es Behinderungen: Auch die Friedrich-Ebert-Straße war wegen der Demonstrationen gesperrt.

Kassel. „Die Probleme mit den Islamisten werden bei uns unter den Tisch gekehrt“, sagte ein 68-Jähriger aus Bad Arolsen, der am Montagabend an der Kundgebung der Kagida teilnahm.

Ebenso wie weitere 230 Frauen und Männer, darunter auch Familien mit Kinderwagen.

Er wolle klarstellen, dass er kein Nazi und kein Rechtsextremer sei, sagte der Mann. Er demonstriere auch gegen die Islamisierung, weil auf den Philippinen, der Heimat seiner Frau, muslimische Terroristen Christen getötet hätten. Solche Zustände gebe es in Deutschland noch nicht, aber er sehe eine „langfristige Gefahr“, wenn es hierzulande immer mehr Moscheen und Moslems gebe.

Bei der Kagida-Kundgebung, gegen die am Abend rund 500 Gegendemonstranten auf der anderen Straßenseite und an der alten Hauptpost an der Friedrich-Ebert-Straße protestierten, sprach auch wieder Manfred Mattis, Kasseler Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD). Der Jurist rechnete in seinem Beitrag mit der „Lügenpresse“, der Politik und der Kirche ab. Dem Kasseler Bündnis gegen Rechts warf Mattis vor, die Gesellschaft zu spalten. Gleiches unterstellten die Gegendemonstranten Kagida. André Schönewolf (DGB) sagte, dass Kagida „Leichenfledderei auf den Rücken der Toten“ der Anschläge von Paris betreibe.

Drei Demonstrationen in Kassel mit 800 Teilnehmern

„Nie wieder Kagida“, „Nazis raus“ und „Geht arbeiten, ihr Faulenzer“ skandierten dafür einige der Gegendemonstranten des Bündnisses gegen Rechts, als die Kagida-Anhänger über den Ständeplatz, die Friedrich-Ebert-Straße und die Weißenburgstraße wieder in Richtung Scheidemannplatz zogen. Die Stimmung war dabei teils äußerst aggressiv, die Polizei musste den Kagida-Zug wiederholt vor Übergriffen von zum Teil vermummten Demonstranten des gegnerischen Lagers schützen.

Laute Pfiffe und Buh-Rufe gab es aus dem linken Lager, als Kagida-Veranstalter Michael Viehmann und Mattis zum Abschluss die deutsche Nationalhymne anstimmten. (use/clm)

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