Gebäude am Friedrichsplatz ist momentan Besucherzentrum der documenta 14

Deutsche Bank will ins Leder-Meid-Haus in Kassel einziehen

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Zurzeit Anlaufstelle für viele Kunsttouristen: In dem Gebäude am Friedrichsplatz 4 hat die documenta 14 vorübergehend ihr Presse- und Besucherzentrum samt Imbiss-Bar „Dépanneur“ im 1. Obergeschoss eingerichtet.

Kassel. Nach der documenta plant die Deutsche Bank, ihren Kasseler Hauptsitz von der Kölnischen Straße ins frühere Gebäude der Firma Leder Meid an den Friedrichsplatz zu verlagern. Der Denkmalschutz für den 50er-Jahre-Bau gilt nicht für das Innere und die vorgelagerte Schaufensterpassage.

Zurzeit ist es einer der Lieblingsorte von Kunsttouristen und Mitarbeitern der documenta 14: das frühere Leder-Meid-Gebäude am Friedrichsplatz 4. dass seit Anfang 2016 leergestanden hat und vorübergehend das Presse- und Besucherzentrum der Weltkunstschau beherbergt. Ein Café-Restaurant, der Rundblick über den Friedrichsplatz sowie einzelne Kunstwerke der d 14 locken viele Besucher ins Haus, die von der Atmosphäre in dem Schaustück Kasseler Nachkriegsarchitektur mit seinen schwungvollen Treppen und Galerien begeistert sind.

Wie lange sich der emblematische 50er-Jahre-Bau von Architekt Werner Hasper noch so präsentieren wird, ist allerdings fraglich. Wenn die documenta zu Ende ist, möchte die Kasseler Niederlassung der Deutschen Bank in die Räume einziehen. Diese Pläne, die in Mitarbeiterkreisen der d 14 schon länger die Runde machen, werden von der Pressestelle des Geldhauses in Frankfurt auf HNA-Anfrage nicht bestätigt, aber auch nicht bestritten.

„Sollte die Bank sich für einen neuen Standort in Kassel entscheiden, werden wir unsere Kunden und Geschäftspartner frühzeitig informieren“, formulierte ein Sprecher. Ein Grund für die Zurückhaltung könnte sein, dass noch nicht alle Vertragsdinge für einen Bank-Umzug abschließend geregelt sind.

Auch der Kasseler Filialdirektor Jürgen Grosch wollte mit Verweis auf die Zentrale in Frankfurt nichts Weitergehendes sagen. „Fakt ist jedenfalls, dass wir schon länger ein neues Objekt in Kassel suchen“, sagte Grosch.

Die Glaskästen werden wohl weichen: Sie sind nicht denkmalgeschützt. So sah die Schaufensterpassage von Leder Meid bis zur Geschäftsschließung Ende Februar 2016 aus.

Für eine Nutzung als Repräsentanz der Deutschen Bank müsste der viergeschossige Bau am Friedrichsplatz tiefgreifend umgebaut werden. Zwar steht die Außenfassade samt den Balkonen unter Denkmalschutz, wie die Stadt Kassel bestätigte. Alle Innen-Details wie die Galerien und die Treppenanlage dürften aber verändert werden, erläuterte Rathaussprecher Sascha Stiebing.

Der Denkmalschutz der Fassade umfasst nach seinen Angaben lediglich die hintere, durchgehende Schaufensterfront des Erdgeschosses. Das bedeutet: Die vorgelagerten, zeittypischen Glaskästen der Schaufensterpassage dürften bei einem Umbau entfernt werden, um ein Entrée für ein Geldinstitut zu schaffen. Ein Bauantrag wurde laut Auskunft der Stadt bisher aber noch nicht gestellt.

Bisher gehört das Leder-Meid-Haus einer Investorengruppe aus mehreren Partner einer Kasseler Versicherungsdirektion. Sie hatten das Gebäude nach der Geschäftsaufgabe vor eineinhalb Jahren erworben.

Hintergrund: Die Deutsche Bank in Kassel

Die Deutsche Bank ist in Kassel derzeit an zwei Standorten vertreten: an der Kölnischen Straße 13 -15 nahe dem Scheidemannplatz sowie an der Wilhelmshöher Allee 268 / Ecke Landgraf-Karl-Straße. Hinzu kommt eine Selbstbedienungsstelle in Bettenhausen. Insgesamt beschäftigt das Geldinstitut in Kassel 39 Mitarbeiter.

Nach Zahlen aus dem Jahr 2015 belief sich das Geschäftsvolumen in Kassel und Umgebung auf 1,2 Milliarden Euro. Depotkunden aus Nordhessen hatten 452 Millionen Euro bei der Deutschen Bank angelegt.

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