Casting für die TV-Show

DSDS-Truck machte Halt in Kassel - der Andrang war aber überschaubar

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Kassel. Sie wollen vor Dieter stehen: Junge Leute aus ganz Deutschland sind am Donnerstag nach Kassel gekommen, um sich für die DSDS-Castings in Köln zu qualifizieren - für einige Anwärter bereits Routine. 

Leandro Aponte hält den weißen DINA4-Zettel fest in beiden Händen. Unruhig springt er von einem Fuß auf den anderen. Ein breites Grinsen zieht sich über sein Gesicht. „Ich hab’s geschafft“, ruft er mit lauter, überschwänglicher Stimme. Tatsächlich hat der junge Venezolaner das geschafft, weswegen er 490 Kilometer von Rostock angereist ist: Aponte darf in einer Woche vor der richtigen DSDS-Jury stehen – und Casting-Ikone Dieter Bohlen persönlich von seinem Können überzeugen. Im Inneren des 14 Meter langen Casting-Trucks, der gestern auf dem Bahnhofsvorplatz in Kassel Halt gemacht hat, ist ihm das schon mal gelungen. „Nach dem ersten Song haben sie gesagt: Oh mein Gott“, erzählt der 23-Jährige. Dann habe es von den drei RTL-Musikproduzenten ein Ja gegeben.

Nach einer Stunde Casting-Marathon in der Mittagssonne ist Aponte der erste, der den blauen DSDS-Truck mit einem Grinsen verlässt. 

Zugegeben: Von einem Menschenauflauf kann an diesem Donnerstagnachmittag nicht die Rede sein. Vor dem kleinen Anmeldetresen hat sich eine überschaubare Schlange aus zehn bis 15 jungen Leuten gebildet. Locker gekleidet, in Jogginghosen und Sneakern, ab und an auch mal in High-Heels, füllen sie die bereitliegenden Casting-Bögen aus. Einige rauchend, andere mit einem Kaffee in der Hand.

"Ich bin einfach gerne im Fernsehen" 

Nadine Cevik ist gerade erst angekommen, da ist sie schon an der Reihe. Der Traum vom Superstar endet für sie allerdings bereits am Anmeldetresen. „Wir haben die Altersbeschränkung auf 30 Jahre heruntergesetzt“, heißt es von einem Mitarbeiter hinter dem kleinen runden Plastiktisch. Nadine Cevik, 33 Jahre alt, findet das unfair. Schließlich habe man ihr vergangenes Jahr geraten, es dieses Jahr wieder zu probieren, berichtet sie. „Letztes Jahr war ich schwanger im neunten Monat. Das sei zu viel Stress für das Kind, haben sie gesagt.“

Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Nadine Cevic in einer Schlange steht, um sich vor einer Jury zu präsentieren. Allein in diesem Jahr hat die zweifache Mutter an fünf Casting-Shows teilgenommen. Bei dem Format „Germanys Next Topmodel“ schaffte sie es eine Runde weiter, bei „The Voice of Germany“ reichte es ebenfalls für einen „Recall“.

Dass es heute nicht geklappt hat, sei lange nicht das Ende vom Lied. Bekannt sei sie schließlich schon, selbst in Thailand und Kroatien habe man sie bereits auf ihren Youtube-Kanal angesprochen, auf dem sie ihre selbst komponierten Songs veröffentlicht. Ihren Song „Internet“, mit dem sie vor zwei Jahren zum ersten Mal bei DSDS aufgetreten ist, gebe es auch schon zu kaufen. 

Und tatsächlich: Noch auf dem Bahnhofsvorplatz wird Nadine von einer Teenagerin und ihrer Mutter „entdeckt“. „Die kennen mich aus Frauentausch“, sagt Cevik. Für das RTL-2-Format habe sie bereits mehrmals mit anderen Müttern die Wohnug getauscht. Mit Erfolg, wie es scheint: Bei einem der Drehs hat sie ihren jetzigen Lebensgefährten kennengelernt. Die 33-Jährige bleibt zuversichtlich: „Ich bin einfach gerne im Fernsehen“, sagt sie.

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