"Als Kind war ich am Straßenrand dabei"

Deutschland-Tour: Interview mit Auftaktsieger Pascal Ackermann

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Er ist bester Laune: Pascal Ackermann stellte sich nach seinem Etappensieg gleich den Fragen von ARD-Moderator Michael Antwerpes. 

Die zweite Etappe der Deutschland-Tour führt die Radprofis heute durch Nordhessen und Südniedersachsen. Von Marburg geht es nach Göttingen.

Die Auftaktetappe gewann Pascal Ackermann, mit dem wir bereits im Vorfeld gesprochen haben. 

Deutscher Meister 2018, zwei Etappensiege und punktbester Sprinter beim Giro 2019, zudem EM-Bronze: Pascal Ackermanns Karriere ging steil bergauf. Am Donnerstag dann gewann er die erste Etappe der Deutschland-Tour. Wir haben bereits im Vorfeld dieses Triumphes mit dem 25-Jährigen gesprochen.

Haben Sie eigentlich Angst vor den berüchtigten nordhessischen Bergen?

Man sollte Respekt vor jedem Berg haben. Aber wie schwer ein Berg wird, entscheiden ja die Fahrer. Geht es schnell darüber hinweg, hat Emanuel Buchmann bei uns im Team die besten Chancen auf den Etappensieg, ansonsten komme ich ins Spiel.

Was verbinden Sie mit Nordhessen und Südniedersachsen?

Als Pfälzer bin ich eher mal in Südhessen unterwegs, deshalb muss ich gestehen, dass ich die Region der zweiten Etappe nicht so gut kenne.

2018 haben Sie bei der Südpfalztour noch Nummern ausgegeben, 2019 sind Sie bereits in aller Munde. Müssen Sie sich manchmal selbst zwicken?

Ich saß in diesem Jahr auch noch dort und habe die Nummern ausgegeben – das ist also gleich geblieben. Aber so, wie sich mein Leben vom vergangenen zu diesem Jahr verändert hat, hätte ich es mir niemals erträumt. Ich komme noch nicht mit allem zu hundert Prozent klar, weil viel Neues dabei ist und der Schritt riesengroß war.

Was ist das Größte, das sich verändert hat?

Also bei mir zu Hause in der Pfalz kennen mich jetzt extrem viele Leute. Wenn ich mal in Ruhe essen gehen oder einen Kaffee trinken möchte, kann ich das vor der Haustür nicht mehr machen. Da fahre ich dann schon ein bisschen weiter weg.

Wollten Sie eigentlich schon immer Radprofi werden?

Auf jeden Fall. Ich fahre Fahrrad, seit ich sechs Jahre alt bin, und war damals schon bei der Tour de France als Kind mit meiner Familie am Straßenrand dabei. Vor allem meine Eltern haben mich da immer gut hingeführt und mir den Sport schmackhaft gemacht, so dass es durchweg mein Traum war, Radprofi zu werden. Du kannst es aber nicht planen, es muss alles passen.

Nach zwei Etappensiegen beim Giro 2019 haben Sie bei der Straßenrad-EM Bronze geholt und mussten als Sprinter sehr lange allein fahren. Was war das für eine Erfahrung?

Hätte mir vorher wer gesagt, dass ich Dritter im EM-Sprint würde, wäre ich enttäuscht gewesen. Aber so hart, wie das Rennen am Ende lief, kann ich sagen, dass ich Bronze gewonnen habe. Elia Viviani und Yves Lampaert waren einfach besser, und mir haben die Körner gefehlt. Ich bin an diesem Tag so viel im Wind gefahren wie das ganze Jahr über nicht.

Was hat sich am Radsportzirkus seit den Ullrichs und Armstrongs verändert?

Man merkt, dass der Radsport wieder in Mode kommt, nachdem er lange Zeit ein Tabuthema bei vielen Leuten war. Mitgeholfen hat natürlich auch Emanuel Buchmanns starker vierter Platz bei der Tour. Ich hoffe, dass es so weitergeht, und dass wir profitieren können.

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