Geld sollte gespendet werden

Diebstahl auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt beim Kochclub

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Sind über den Griff in die Kasse erschüttert: (von links) Heiko Schild und Hermann Könemund vom Kasseler Kochclub verkauften am Montag Glühwein an ihrem Stand an der Treppenstraße. Der Erlös wird für einen guten Zweck gespendet.  

Kassel. Diebe haben am Wochenende auf dem Märchenweihnachtsmarkt in Kassel aus dem Stand des Kasseler Kochclubs mindestens 1600 Euro entwendet. Das Geld sollte ursprünglich gespendet werden.

Etwa 550.000 Euro haben die Mitglieder des Kasseler Kochclubs in den vergangenen 15 Jahren für hilfsbedürftige Menschen gespendet. Die engagierten Frauen und Männer des Clubs schälen deshalb jedes Jahr kiloweise Spargel und verkaufen auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein und Kartoffelsuppe. So auch wieder in diesem Jahr.

Allerdings hat ein Unbekannter am Wochenende für schlechte Stimmung gesorgt. Er griff am Freitagabend in die Kasse der Standes am Fuße der Treppenstraße und entkam mit 1600 bis 1800 Euro. Polizeisprecher Torsten Werner bestätigt, dass Mitglieder des Kochclubs deshalb Anzeige erstattet haben.

Rudolf Prammer, der seit zehn Jahren ehrenamtlich beim Verkauf auf dem Weihnachtsmarkt hilft, war am Freitag mit einem Kollegen im Dienst, als der Dieb in die Kasse griff. Gegen 22.30 Uhr hätten sein Kollege und er die Tische und Schirme vor dem Stand zusammengeräumt, sagt Prammer. Diesen Augenblick müsse der Täter genutzt haben, um in die Bude zu gelangen und den Diebstahl zu begehen. „Wir haben nichts mitbekommen. Wahrscheinlich sind wir vorher beobachtet worden“, sagt Prammer. „Das ist einfach nur traurig.“

„Das gestohlene Geld können wir nicht spenden“, sagt Heiko Schild, der am Montagvormittag gemeinsam mit Hermann Könemund Glühwein in dem Stand verkaufte. Künftig müssten sie eben Vorkehrungen treffen, damit so etwas nicht noch mal passiert, sagt Könemund. Die Tür des Standes müsse nun bei jedem Verlassen abgeschlossen werden.

Von dieser Tat einmal abgesehen sei man mit den Geschäften auf dem Weihnachtsmarkt „sehr zufrieden“.

Insgesamt hielten sich die Straftaten auf dem Weihnachtsmarkt bislang im Rahmen, sagt Polizeisprecher Werner. Am Wochenende, Samstag und Sonntag, 19. und 20. November, vor der Eröffnung seien zwei Buden auf dem Königsplatz aufgehebelt worden. In beiden Fällen hätten die Täter aber keine Beute gemacht. Zudem seien vier Taschendiebstähle, bei denen Handys und Geldbörsen erbeutet wurden, angezeigt worden.

Am Samstag, 3. Dezember, habe es an einem Stand mit Wollhandwerk auf dem Königsplatz einen Trickdiebstahl gegeben. Zwei Männer, vermutlich Osteuropäer, hätten dermaßen auf die Standbetreiberin eingeredet, dass diese nicht bemerkte, wie ihr Rucksack mit Geld, Schlüsseln und Papieren gestohlen wurde, so Werner.

Darüber hinaus sei am Nachmittag des 29. November eine Sachbeschädigung an der Tiroler Hütte auf dem Königsplatz entdeckt worden. Unbekannte hätten ein Hakenkreuz an die Rückwand geschmiert.

Zudem hatte eine Frau am Freitag, 25. November, eine Körperverletzung angezeigt. Sie sei mit einem Mann auf dem Königsplatz in Streit geraten. Erst habe dieser sie geschubst und dann mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen.

Hinweise an die Polizei unter Tel. 05 61/9100.

Hier befindet sich der Stand des Kochclubs

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