41 Gotteshäuser in Kassel hatten bis Mitternacht geöffnet

Diese Nacht gehörte den Kirchgängern: 15.000 Menschen unterwegs

Unfertig und doch beeindruckend: Pfarrer Dr. Willi Temme (Mitte) führte die Besucher über die Großbaustelle in der Martinskirche. Die wird derzeit saniert. Fotos:  Malmus

Kassel. Es war eine Einladung, einfach mal vorbeizukommen. Dieses Angebot nahmen gestern Abend mindestens 15 000 Menschen bei der Nacht der offenen Kirchen an.

Genauere Zahlen wurden erst nach Redaktionsschluss von den 41 teilnehmenden Kirchengemeinden übermittelt.

Nach vier Jahren Pause sorgte die Kirchennacht bei angenehmen Temperaturen für viele überraschende Einblicke. „Es ist schön, wenn Menschen die Chance nutzen, sich eine Kirche näher anzuschauen“, sagte Stadtdekanin Barbara Heinrich, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Kassel (ACK). Selbst die Baustelle der Martinskirche war ein Publikumsmagnet. Kassels größtes Gotteshaus wird derzeit für 2,5 Millionen Euro saniert. Trotzdem konnte man in die Kirche gehen und sich zum Beispiel erklären lassen, wie die neue, supermoderne Orgel aussehen wird.

Orgelmarathon

Den Umzug in die wenige Hundert Meter entfernte katholische St.-Elisabeth-Kirche hat die alte Bosch-Bornefeld-Orgel der Martinskirche jedenfalls sehr gut verkraftet. Das sanierte Instrument begeisterte die Zuhörer beim Orgelmarathon, bei dem neben Kirchenliedern auch Filmmusik gespielt wurde.

Um das aktuelle Thema Flüchtlinge ging es in der Friedenskirche (Vorderer Westen) und in der Immanuelkirche (Forstfeld). Hier boten Bewohner der Unterkunft in der ehemaligen Steul-Schule Speisen und Getränke aus ihrer Heimat an.

Orgelmarathon mit Thomas Pieper: In St. Elisabeth wurde fast bis Mitternacht musiziert.

In Kassels ältestem Gotteshaus, der Klosterkirche Nordshausen, gab es am Abend für viele Besucher eine musikalische Überraschung. Bei der Gruppe Riverside Jazz Messengers saß mit Dietfrid Krause-Vilmar einer am Schlagzeug, den man sonst in erster Linie als Forscher zur regionalen NS-Geschichte und Uni-Professor kennt. Bei knapp 200 Einzelveranstaltungen von gesungenem Abendgebet in der Johannis Kirche (Wolfsanger) bis zum Fullerock mit Dark Vadder in der Dreifaltigkeitskirche (Süsterfeld-Helleböhn) reichte das ausgesprochen vielseitige Programm.

Impressionen von der Nacht der offenen Kirchen

Dazu gehörten auch die auf den heutigen Alltag übersetzten Stationen des Kreuzwegs sowie die große Tafel mit Speisen in der katholischen Kirche St. Familia. Wer hier Platz nahm, kam fast automatisch mit seinen Sitznachbarn ins Gespräch. Manch einer, der das bei früheren Kirchennächten gemacht hat, kommt irgendwann wieder. Es gebe einige aktive Gemeindemitglieder, die so ihren ersten Kontakt mit der Kirche hatten, sagt der katholische Dechant Harald Fischer. Auch deshalb freue er sich immer wieder auf diese Veranstaltung.

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