Staatsanwaltschaft bestätigt

Verfahren gegen Verantwortliche der documenta 14 eingestellt

Kassel. Das Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der documenta 14 ist eingestellt worden.

Aktualisiert um 18.50 Uhr - Die Staatsanwaltschaft Kassel hat das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue gegen Verantwortliche der documenta 14 eingestellt. Nach der Prüfung der Berichte der externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC Mitte Februar hatte die Behörde noch einen Anfangsverdacht bestätigt. 

Auslöser des Ganzen war die Berichterstattung unserer Zeitung über ein Millionendefizit gewesen, das die Weltkunstausstellung 2017 hervorgebracht hatte. Die AfD-Fraktion im Kasseler Rathaus hatte im Zuge dessen Strafanzeige gegen verschiedene Personen gestellt. Die Staatsanwaltschaft teilte nun mit, dass sich die Verdachtsmomente nicht bestätigt hätten. 

Zu den Verantwortlichen, gegen die ermittelt wurde, zählte auch die frühere documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff. Sie äußerte sich in einer Pressemeldung zur Einstellung des Verfahrens. Darin erklärte sie: „Mit der Entscheidung ist nun der Weg frei für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft der documenta. Es war und ist mir nicht zuletzt ein wichtiges Anliegen, Schaden von der documenta abzuwenden.“ 

Bertram Hilgen, Ex-Oberbürgermeister und als ehemaliger Vorsitzender des documenta-Aufsichtsrats Verantwortlicher, ließ über seinen Anwalt Knuth Pfeiffer ausrichten, dass er die Einstellungsverfügung erwartet habe. Es sei ihm bei allen Ausstellungen darum gegangen, zum Wohl der documenta zu handeln. Pfeiffer übte Kritik an der Staatsanwaltschaft, weil sie die Einstellung öffentlich gemacht hätte, bevor er informiert worden wäre. 

Hilgens Nachfolger Christian Geselle erklärte als ebenfalls Verantwortlicher und Chef des documenta-Aufsichtsrats: „Wir richten den Blick bei der documenta weiter nach vorne.“ Annette Kulenkampff erinnerte an 2017: „Insbesondere den Künstlerinnen und Künstlern ist mit der documenta 14 etwas Großartiges gelungen.“

Erklärung der Staatsanwaltschaft

In einer Pressemitteilung hat die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens gegen Verantwortliche der documenta begründet: „Weder das Ergebnis der Wirtschaftsprüfung noch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen haben ausreichende Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Gelder zweckwidrig eingesetzt oder verwendet worden wären. Eine missbräuchliche Verwendung von Geldern liegt nach den tatbestandlichen Voraussetzungen für eine strafbare Untreue nicht bereits deshalb vor, weil einzelne Projekte nicht den Geschmack sämtlicher Betrachter treffen oder aus deren Sicht zur Erreichung des Ziels, die Veranstaltung zu bewerben, nicht geeignet sind.“ 

Im Übrigen scheide ein hinreichender Tatverdacht wegen Untreue aus, weil kein Vorsatz beim Eintritt eines Vermögensnachteils hätte festgestellt werden können.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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