Familiendrama wurde sechs Wochen lang in Kassel gedreht

Schießerei in Kasseler Weinkirche: Bald sehen Sie sie im Kino 

Kassel. Wir waren bei einer Schießerei dabei. Sie war Teil der Dreharbeiten des Films "EneMe", der in Kassel und Umgebung gedreht wird. 

„Sind alle bewaffnet, die bewaffnet sein sollen?", ruft Regieassistentin Mirjam Wille am Dienstagnachmittag in den Raum. „Dann Probe.“ Drei Männer mit Motorradhelmen auf dem Kopf und Pumpguns in der Hand stürmen in die Weinkirche und eröffnen das Feuer. Ziel ihrer Attacke ist ein Gangsterboss, der in dem Party-Gewölbe an der Werner-Hilpert-Straße seinen 40. Geburtstag feiert.

Es handelt sich um eine der letzten Szenen, die für den Thriller „EneMe“ in Kassel entstanden ist. Seit Anfang Oktober hat Regisseur Jakob Gisik, Geschäftsführer der Kasseler Produktionsfirma „Jakale Film“, die deutsch-russische Koproduktion „EneMe“ in Kassel und Umgebung gedreht. In den Hauptrollen sind Thure Riefenstein, Udo Schenk und Dennis Mojen zu sehen. Auch Sophia Thomalla spielt mit. 

Im Herbst kommenden Jahres soll das Familiendrama in die Kinos kommen. Erst dann werden die Zuschauer auch erfahren, ob der albanische Gangsterboss die Schießerei überlebt hat.

Anweisungen für die Schießerei: Regisseur Jakob Gisik, der in der Mitte kniet, erklärt den Schauspielern, wie sie die Waffen einsetzen sollen.

Schauspieler Adrian Can, der diesen Schurken spielt, hatte jedenfalls ziemlich viel Spaß bei den Dreharbeiten. Die Atmosphäre am Set ist ohnehin sehr entspannt. In einer Drehpause geht Hauptdarsteller Riefenstein zu Can, um ein Selfie mit ihm zu machen. Zur Erinnerung an seine sechs Wochen in Kassel.

Für den in Istanbul geborenen und in München lebenden Can, bekannt aus mehreren Tatort-Folgen und aus der Serie „Soko 5113“, war es am Dienstag erst der zweite Drehtag in Kassel. Allerdings war er schon mal vor zehn Jahren in der Stadt, bei der documenta 12, erzählt er auf dem Weg zum Filmset.

Selfie in der Drehpause: Hauptdarsteller Thure Riefenstein (rechts) machte ein Erinnerungsfoto mit seinen Kollegen Isi Yildirim (links) und Adrian Can.

Schauspieler Adrian Can über den KSV Hessen 

Richtig sympathisch wird der dunkelhaarige, schlaksige Typ als er sagt: „Ihr habt hier doch auch eine Fußballmannschaft, den KSV Hessen Kassel. War der KSV nicht mal sogar in der Ersten Bundesliga?“ Beinahe, ist aber schon ein bisschen länger her. An der Frage erkennt man aber, dass Can nicht nur ein wahrer Fußballkenner, sondern auch schon Mitte 40 ist. Zudem erzählt er, dass er sich kürzlich seinen Schnauzbart abrasiert hat. „Damit kannst Du ja nicht arbeiten. Dann wirst Du ja für einen Pornodarsteller aus den 80er-Jahren gehalten.“

Dann lieber doch der Gangster-Typ. Bevor es auf dessen Geburtstagsparty zu der Schießerei kommt, tanzt aber eine wunderschöne Frau für ihn.

Dreharbeiten in der Weinkirche: Taynara Joy Silva Wolf spielt in dem Drama „EneMe“ eine Tänzerin, die bei dem 40. Geburtstag eines albanischen Gangsterbosses auftritt. 

Die wird von Taynara Joy Silva Wolf gespielt, die im Jahr 2016 bei „Germany’s Next Topmodel“ teilgenommen hatte und am Ende auf Platz 5 landete. Die junge Frau hat durch ein Casting die Rolle bekommen, erzählt Regisseur Jakob Gisik. Er ist über diese Wahl glücklich. „Die macht das wunderbar. Sehr, sehr schön.“

Apropos schöne Frauen – am Mittwochabend findet noch ein Spätdreh mit Sophia Thomalla in einer Villa am Brasselsberg statt. Das sind dann wirklich die letzten Szenen, die in Kassel für den Thriller entstehen. Diese Szenen sind aber offenbar so intim, dass keine Gäste am Set zugelassen sind.

Bei einer Gala am Samstag, 25. November, sollen im Capitol in Kassel erste Szenen von „EneMe“ präsentiert werden.

Rubriklistenbild: © Koch

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