Film „EneMe“ mit Udo Schenk und Thure Riefenstein

Dreharbeiten in Kassel für Familiendrama: Museum wird zur Sargfabrik

+
Dreh zwischen Grabsteinen: Das Museum für Sepulkralkultur wurde gestern für den Thriller „EneMe“ zum Teil einer Sargfabrik.    

Kassel. „Der Tod ist nichts, wovor wir uns fürchten müssen. Er markiert lediglich den Übergang von einer Materie zu einer anderen.“ Dieser Satz war am Montag mehrfach im Museum für Sepulkralkultur auf dem Weinberg von Udo Schenk zu hören.

Der 64-jährige Schauspieler, der aus vielen Film- und Fernsehproduktionen als Bösewicht bekannt ist, spielt eine der Hauptrollen in der deutsch-russischen Koproduktion „EneMe“, die seit Anfang Oktober in Kassel gedreht wird. Am Montag war der neunte Drehtag, der erste für Udo Schenk. Er stellt in dem actionreichen Drama den Patriarchen Leonard dar, der einen illegalen Waffenhandel unter dem Deckmantel eines angesehenen Sargunternehmens betreibt.

„Es ist ein Glücksfall, so ein Motiv zu haben“, sagt Schenk über das Museum für Sepulkralkultur. In dem großen Ausstellungsraum wurde am Nachmittag zwischen den Grabsteinen eine Szene aus vier verschiedenen Einstellungen gedreht. Waffen- und Sarghändler Leonard hat in der Szene eine Journalistin eingeladen, der er erzählt, dass er einen Flüchtling in seinem Unternehmen ausbildet. Als Sargbauer natürlich. Schenk ist ein brillanter Schauspieler, der sein Umfeld sofort in den Bann zieht.

Auch Regisseur Jakob Gisik, Chef der Kasseler Produktionsfirma „Jakale Film“ schwärmt von der Aura des Schauspielers. Der Dreh mache richtig Spaß, auch wenn es mitunter sehr stressig sei, sagt Gisik in einer kurzen Umbaupause.

Anweisungen vom Regisseur: Jakob Gisik im Gespräch mit den Schauspielern Dennis Mojen (von links), Thure Riefenstein und Jasmin Lord, die zuletzt in der „Bullyparade“ zu sehen war.

Ohnehin sei es wunderbar, wie positiv die Filmcrew in Kassel aufgenommen worden ist. Die Unterstützung durch die Stadt sei sehr gut. „Wenn wir zum Set kommen, dann haben die Abschleppwagen für uns schon Parksünder weggeräumt“, sagt der Regisseur, der sich deshalb nicht über im Halteverbot geparkte Autos ärgern muss.

Bislang hat das Team zum Beispiel in einer Spedition im Industriegebiet Waldau, in einem Waldstück in Bettenhausen, im Hotel Renthof und am Samstag in der Bar Papagayoo auf der Friedrich-Ebert-Straße gedreht. Die Schauspieler Thure Riefenstein und Dennis Mojen waren anschließend noch mit Statisten auf der Partymeile unterwegs, wie Einträge bei Facebook zeigen. Die beiden spielen die Söhne des Waffenhändlers.

Udo Schenk ist übrigens über den Regisseur und Schauspieler Adnan G. Köse, der das Drehbuch für „EneMe“ geschrieben hat, zu dem Projekt gekommen. Mit Köse habe er „zwei richtig schöne Filme gedreht“, sagt Schenk. Nachdem Köse ihn angerufen und von dem Film berichtet habe, hätten sie sich in Berlin getroffen. „Die haben mich überzeugt, dass ich mitmache.“

Auch wenn er oft böse Menschen spiele, in „EneMe“ sogar einen „richtig bösen Menschen“, versuche er in die Rolle etwas einzubringen, das den Charakter in seiner ganzen Fülle zeigt, sagt Schenk. Kein Mensch habe schließlich nur schlechte Seiten. In der Szene im Museum für Sepulkralkultur erklärt Sarg- und Waffenhändler Leonard der Journalistin seine Firmenphilosophie. „Niemandem fällt es leicht zu sterben. Aber wenn wir es schon müssen, dann mit Stil.“ Das klingt irgendwie beruhigend au seinem Munde.

Lesen Sie auch

Dreharbeiten für den Film "EneMe" sind in Kassel gestartet

Bei einer Gala am Samstag, 25. November, sollen im Capitol in Kassel erste Szenen von „EneMe“ präsentiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.