Polizei und Streetworker sehen Verlagerung positiv

Drogenszene zieht sich aus der Kasseler Innenstadt in die Stadtteile zurück

Die Kasseler Drogenszene zieht sich nach Einschätzung der Drogenhilfe Nordhessen aus der Innenstadt zurück - und zwar in die Stadtteile. Laut Polizei und Streetworker ist diese Verlagerung positiv.

„Wir beobachten die Entwicklung seit Monaten“, sagt Timo Eichel von der Drogenhilfe Nordhessen. Lange Zeit waren die großen Plätze im Zentrum – Königsplatz und Friedrichsplatz – Anlaufpunkte für die Trinker- und Drogenszene. Derzeit zeige sich ein anderes Bild – die Szene habe sich entzerrt.

Ein Auslöser sei laut Eichel auch die documenta gewesen, die große Flächen des Friedrichsplatzes bespielt hatte. Während der Kunstausstellung habe es regelmäßige Kontrollen durch das Ordnungsamt gegeben. Das habe zur einer Verdrängung der Szene geführt. Ein Schwerpunkt der Streetworker liege allerdings weiterhin auf dem Bereich um die Reuterschule.

Auch Polizeisprecher Torsten Werner bestätigt, dass die großen Ansammlungen, wie es sie vor einigen Monaten am Friedrichsplatz, im Bereich des Königsplatzes oder an Mauerstraße und Lutherplatz gegeben habe, weniger geworden seien. Für das Stadtbild sei das eine gute Entwicklung. Eine Stadt müsse ein gewisses Maß aushalten können, allerdings seien kleinere Gruppen besser zu verkraften als größere. Auch die Stadt Kassel bestätigt die Entwicklung. „Wir führen diese Änderung sowohl auf die aufsuchende Straßensozialarbeit als auch auf die angepassten Kontrollen der Ordnungspolizei zurück“, heißt es.

Als neue Anlaufpunkte nennt Eichel, der in der Innenstadt als Streetworker unterwegs ist, unter anderem den Bereich an der Schönen Aussicht Richtung Karlsaue, den Wehlheider Platz, die Weserspitze oder auch den Bahnhof Wilhelmshöhe. Bereiche, die bislang nur von einzelnen Personen aufgesucht worden seien, würden jetzt stärker frequentiert. Die harte Drogenszene in Kassel schätzt Eichel auf 100 Personen. 200 Klienten werden von den Streetworkern der Drogenhilfe Nordhessen betreut. 

Rubriklistenbild: © Schachtschneider

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