Pilotprojekt

Hybridfahrzeug im Test: Kassels Polizei fährt auch Elektro

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Pilotprojekt: Der Erste Polizeihauptkommissar Frank Asthalter, stellvertretender Leiter des Reviers Mitte, steht neben dem E-Golf. Der wird in seinem Revier für Ermittlungsarbeit genutzt.

Im Kasseler Polizeirevier Mitte wird seit Mai dieses Jahres ein Elektro-Golf getestet. Die Polizisten nutzen das Auto für Ermittlungen.  

Banküberfall: Die Räuber springen mit ihrer Beute in ein Fluchtauto und düsen los. Zum Glück ist eine Polizeistreife sofort vor Ort, die die Verfolgung aufnimmt. Doch nach zwei Kilometern müssen die Polizisten aufgeben. Die Batterie in ihrem Streifenwagen mit Elektroantrieb ist nämlich leer.

Solch ein verbrecherfreundliches Szenario könnte geschehen, wenn die Polizei E-Autos bei Einsatzfahrten nutzen würde. Das macht sie natürlich nicht. Nichtsdestotrotz beteiligt sich das Polizeipräsidium Nordhessen seit knapp einem Jahr an einem Pilotprojekt des Landes Hessen. Seit Oktober 2018 gehört zur Flotte des Polizeireviers Mitte in Kassel ein Hybridfahrzeug, ein Passat Variant GTE. Ein Fahrzeug, das sowohl mit Strom als auch Benzinantrieb fährt. Seit Mai dieses Jahres gibt es zudem einen Elektro-Golf, der nur mit Strom fahren kann.

Nicht im normalen Streifendienst

„Wir sollen die Fahrzeuge im Dienst testen. Nach einem Jahr soll es dann einen Erfahrungsaustausch geben“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar Frank Asthalter, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Mitte. Bislang würden die neuen Dienstwagen von den Kollegen sehr gut angenommen.

Natürlich werde der E-Golf, der zwar mit Blaulicht und Funk ausgestattet ist, nicht im normalen Streifendienst eingesetzt, sagt Asthalter. Die Kollegen nutzten ihn zum Beispiel für Ermittlungen oder wenn sie zu einer Verkehrskontrolle fahren. Aber dann gern. Der Wagen sei nämlich spritzig und schnell und der Fahrkomfort sei nicht schlechter als in einem Diesel oder Benziner.

In der Tat: Der E-Golf-Streifenwagen beschleunigt schnell und vermittelt ein wenig das Gefühl, man sitze in einem Sportwagen. Allerdings nicht wegen der Lautstärke. Das E-Auto gibt keine nennenswerten Geräusche ab. Laut VW kann man mit einer vollen Batterie 300 Kilometer fahren. In der Realität reiche eine Ladung für rund 220 Kilometer, sagt Asthalter.

Hingegen werde der Passat mit Hybridantrieb auch im Streifendienst eingesetzt. Wenn die Batterie nach rund 30 Kilometern leer sei, schalteten die Kollegen auf den Benzinantrieb um. Da kann dann kein Verbrecher davonfahren.

Ladesäule ist geplant

Derzeit werden die beiden Fahrzeuge noch im Innenhof des Polizeipräsidiums am Grünen Weg an ganz normalen Steckdosen aufgeladen. Bei dem E-Golf dauere das 13 Stunden, so Asthalter, bei dem Passat knapp vier Stunden.

Allerdings soll vor dem Polizeipräsidium (auf der Seite des Kulturbahnhofs) demnächst eine Ladesäule aufgestellt werden. Dort geht das Aufladen dann wesentlich schneller.

Asthalter kann sich vorstellen, dass jedes Polizeirevier in Hessen solch einen E-Streifenwagen als Ermittlungsauto gut einsetzen könne. Ob das aber tatsächlich umgesetzt wird, liegt in der Hand des Innenministeriums.

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