300 Interessierte beim  Info-Abend im Rathaus

Kassel: Eine zentrale Koordinationsstelle für Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit

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Viele wollen helfen: Die Kasseler Hanno Schade Maximilian Gimbel sortieren mit den somalischen Flüchtlingen Nacima Adam und Abdikadir Mohamed Kleidung in der Kleiderkammer der Caritas. Das Foto entstand im August. 

Kassel. Die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen ist nach wie vor ungebrochen: Das zeigte sich am Dienstagabend bei einer Info-Veranstaltung zum Ehrenamt in der Flüchtlingsarbeit, zu der allein etwa 300 Interessierte ins Rathaus kamen. 

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Über 350 Kasseler engagieren sich bereits bei der Caritas für Flüchtlinge. Und täglich gehen zig weitere Anrufe bei dem Sozialverband ein, der sich in der Stadt um die Beratung und Betreuung der Asylbewerber kümmert. Deshalb will die Stadt Kassel jetzt die Strukturen verbessern, um die Flut der Hilfsbereitschaft besser zu koordinieren. 

Christian Geselle

„Wir müssen Ihr Engagement steuern“, rief Sozialdezernent Christian Geselle den Gästen im proppenvollen Stadtverordnetensaal zu: „Sie müssen wissen, wohin sie ihre Kräfte tragen sollen.“ In Kürze will die Stadt Kassel in ihrem Zukunftsbüro daher eine halbe Stelle schaffen. Diese soll zugleich die Schnittstelle werden, um alle Akteure – von Caritas über Kirchen, Sozialverbände und andere Initiativen – miteinander zu vernetzen und die Angebote aufeinander abzustimmen. Vieles sei schon vorhanden, die bestehenden Strukturen müssten nun konsequent genutzt und in geordnete Bahnen gelenkt werden, so Geselle.

Ansprechpartner für Einzelne, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren wollen, soll künftig das Freiwilligenzentrum sein. Es wird von der Stadt Kassel zunächst eine Anschubfinanzierung bekommen, um sich entsprechend aufstellen zu können.

Barbara Köhler
Irene Karow

Die 300 potentiellen Ehrenamtlichen, die ins Rathaus gekommen waren, hatten anschließend Gelegenheiten, an Info-Ständen von den bestehenden Anlaufstellen Kontakte zu knüpfen. Irene Karow aus Kassel ist bereits Ehrenamts-erfahren. Die 66-Jährige engagiert sich unter anderem als Hospizbegleiterin. „Aber ein bisschen Luft habe ich noch“, sagt die Sozialpädagogin in Rente. Sie erkundigte sich nach Patenschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Außerdem ist sie angetan von der studentischen Initiative „Amuzabag“, die Rucksäcke für Flüchtlingskinder herstellt.

Barbara Köhler (54) überlegt, sich bei Kassel-Spaziergängen für Flüchtlingen zu engagieren. Dieses Angebot stellt die Initiative „Kassel Greeter“ auf die Beine. Statt Sehenswürdigkeiten soll den Neuankömmlingen Kassel auch aus praktischer Perspektive nahe gebracht weren: Wie zieht man eine Fahrkarte? Wo ist der nächste Spielplatz? Wo gibt es günstige Einkaufsmöglichkeiten? Überblick über die Hilfsmöglickeiten finden Sie hier.

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