KVG-Betriebshof

In Schacht gefallen: Hilflose Entenküken in Gefahr

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Jetzt aber flott: So zog auch die Entenmutter an der Wilhelmshöher Allee mit ihren Küken los. Unser Archivfoto entstand vor einigen Jahren an der Landaustraße in der Südstadt. 

Kassel. Flauschige Küken in Gefahr: Die Tiere waren in Kassel in ein Loch gefallen - auf dem Betriebshof der KVG.

Es war ein aufregender Vormittag. Insbesondere für die Entenfamilie mit acht flauschigen Küken und einer teilweise überforderten Entenmutter. Aber auch für alle beteiligten Menschen. Doch der Reihe nach.

Auf dem Balkon von Jürgen Ucke in Bad Wilhelmshöhe brütet bereits im vierten Jahr eine Ente. Hoch oben im dritten Stock scheint es ihr in dem großen Blumenkasten gut zu gefallen. Da kommen jedenfalls so schnell keine Räuber wie Katzen oder Waschbären hin. Wenn die Küken geschlüpft sind, dann springt die Entenmutter über die Balkonbrüstung, flattert ein paar Meter und landet unten im Garten. So war das auch am Mittwoch. „Sie ruft dann ihre Jungen, und die springen auch hinunter“, sagt Jürgen Ucke. Er war zu Hause, als das diesmal passierte und begleitete die Entenfamilie ein Stück. Auf die andere Seite der Wilhelmshöher Allee wollte Mama-Ente mit ihrem Nachwuchs. Jürgen Ucke passte auf, sie kamen unbeschadet über die Straße.

Straßenbahn stoppte

Weiter ging es Richtung Betriebshof der Kasseler Verkehrsgesellschaft. Auf den Gleisen passierte dann das Unglück. Ein Straßenbahnfahrer, der die Enten zum Glück rechtzeitig sah, ließ ihnen den Vortritt. Doch ein kleines Loch zu einem Weichenschacht, der zur Steuerung der Weiche gebraucht wird, wurde zur Falle. Drei der Entenküken fielen hinein und kamen aus eigener Kraft nicht mehr raus. „Ich fand es super, dass gleich mehrere KVG-Mitarbeiter zu Hilfe kamen“, sagt Jürgen Ucke.

Gestresste Entenmutter

Mit vereinten Kräften gelang es, den Schacht zu öffnen und die Enten zu befreien. Neben der Entenmutter verfolgten auch mehrere andere erwachsene Enten das Rettungsmanöver. Weil das alles ziemlich aufregend war und möglichst schnell gehen sollte, gibt es nur einen einzigen Handyschnappschuss von der Entenrettung. Die drei Küken zogen mit ihren Geschwistern und einer gestressten Entenmutter schnell weiter. Wahrscheinlich Richtung Drusel und hoffentlich ohne weitere Abenteuer.

Gerettet: Ein Küken auf dem KVG-Betriebshof.

Als die Entenfamilie zuletzt gesehen wurde, seien alle wohlauf gewesen, teilte die KVG mit. Im Betriebsbericht wurde das „Ende der Störung“ um 9.13 Uhr notiert. Eine Stunde dauerten die Arbeiten an der Weiche zur Entenbefreiung. „Vielen Dank, das war ein prima Einsatz“, sagt Jürgen Ucke. Die Entenmutter sei auch im kommenden Jahr zum Brüten auf seinem Balkon willkommen.

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