Entspannen hilft bei Allergie

Kasseler Hauttag: Thema Haarausfall fand großes Interesse

Entspannung in der Frühstückspause: Schon das genussvolle und konzentrierte Essen eines Apfels kann von Stress und Alltagssorgen ablenken, erläutert Marco Kosziollek (rechts) Erika Bittner, Siegfried Dregelies Wolfgang Möller (von links). Foto:Schachtschneider

Die große Resonanz auf den Vortrag über Haarausfall hat selbst die Vorsitzende der Allergie-, Neurodermitis- und Asthmahilfe, Erika Seitz, etwas überrascht.

Über 80 Zuhörer fanden sich allein zu diesem Programmpunkt des Kasseler Hauttages am Samstag in den Bürgersaal des Rathauses ein.

„Haarausfall ist immer ein Thema“, sagt Facharzt Dr. Thomas Meyer. Häufig seien es hormonelle und erbliche Faktoren, die zu einer Ausdünnung des Haarschopfes führen. Doch machte er betroffenen Männern und Frauen Mut: Mit einer konsequenten Therapie mit Minoxidil lassen sich deutliche Erfolge erzielen, so der Dermatologe. Zusätzlich könne eventuell eine äußerliche Behandlung mit Melatonin und eine Mesotherapie helfen, bei der mithilfe feiner Kanülen eine Vitaminlösung in die Kopfhaut injiziert wird. Zudem sollte die Kopfhaut durch die Einnahme von Biothin, L-Cystin und Zink unterstützt werden.

In einem weiteren Vortrag ging Meyer auf Allergien ein, und stellte fest, dass diese weiter deutlich zunehmen. Dies seien Wohlstandsleiden, weil unsere Kinder heute sehr geschützt aufwachsen und so das Immunsystem zu wenig Übung im Kontakt mit Keimen habe. Die Folge können Überreaktionen des körpereigenen Abwehrsystems auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen oder die Ausscheidungen von Hausstaubmilben sein.

Aber auch andere Ursachen nannte der Allergologe: „Wir sehen heute immer mehr allergische Reaktionen auf Metalle.“ Der Klassiker sei die Allergie auf Nickel, immer häufiger würden aber heute beispielsweise Gelenkprothesen aus Metall eingesetzt, auf die das Immunsystem reagiere.

Neben dem Meiden der Allergieauslöser beispielsweise mithilfe speziellen Bettzeugs für Hausstauballergiker gebe es eine Reihe von Medikamenten, die die Symptome lindern. Mit einer Hyposensibilisierung (Allergieimpfung) gelinge es in bis zu 80 Prozent der Fälle, die Ursache der Allergie erfolgreich zu behandeln.

Durch Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis können sich Allergien äußern. Marco Kosziollek weiß aus eigener Betroffenheit, dass sich die Symptome bei Belastung und Stress deutlich verschlimmern können. Entspannungstechniken wie Atemübungen und Autogenes Training seien dann sehr hilfreich. Wenn man sich zwischendurch fünf Minuten gerade hinsetzt und nur auf den Atem achtet, „kann man danach wieder ganz andere Sachen denken“, sagt das Vorstandsmitglied der Selbsthilfegruppe.

Kontakt und Infos:

Allergie- Neurodermitis- und Asthmahilfe Hessen,
www.anah-hessen.de,
Tel. 8 70 90 94

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.