Zu sehen um 20.15 Uhr in der ARD

Er ist Opfer im TV-Tatort: Kasseler wird am Sonntag ausgeraubt

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Verkauft von Kassel aus gebrauchte Geldtransporter in alle Welt: Claudio Stapane ist Geschäftsführer der Firma CS Security International. Der Verleih der gepanzerten Fahrzeuge für Filmproduktionen ist ein zweites Standbein der Firma.

Kassel. Claudio Stapane wurde als Fahrer eines Geldtransporters zum neunten Mal überfallen. Zuletzt erwischte es den Kasseler in Ludwigsburg, nördlich von Stuttgart.

Dort richteten Maskierte Maschinenpistolen und eine Panzerfaust auf sein Fahrzeug. Was im wirklichen Leben ein Drama wäre, ist zum Glück nur im Film passiert. Denn Stapane hat im neuen Tatort „Der rote Schatten“, der am kommenden Sonntag ausgestrahlt wird, zum neunten Mal einen Filmauftritt als Fahrer eines Geldtransporters.

Der neue Tatort aus Stuttgart unter der Regie von Dominik Graf, der die RAF-Geschichte und den Deutschen Herbst vor 40 Jahren als Hintergrund hat, ist für Stapane einmal mehr eine schöne Abwechselung im Berufsalltag. Denn hauptsächlich handelt er von Kassel aus international mit gebrauchten Geldtransportern. Er kauft ausrangierte gepanzerte Fahrzeuge auf, lässt für Kunden Umbauten vornehmen und verkauft sie dann vor allem nach Afrika und Osteuropa weiter.

Stapane kam eher ungewollt zum Geschäft mit den Geldtransportern. 1982 hat er an der Langen Straße in Wahlershausen einen Fahrzeughandel eröffnet. Unter seinen Kunden war auch ein Geldtransportunternehmen aus Kassel, von dem er regelmäßig ungepanzerte Nutzfahrzeuge aufkaufte, die ausrangiert worden waren.

Irgendwann setzte ihm dieser gute Geschäftspartner die Pistole auf die Brust: Er solle sich nicht nur die Rosinen aus dem Fuhrpark herauspicken, sondern auch die alten Geldtransporter aufkaufen. Gesagt, getan. „Plötzlich hatte ich den Hof voller Geldtransporter und wusste nicht, wohin damit“, erzählt Stapane. Das war 1994. In dem Jahr war er mit seinem Betrieb an die Wolfhager Straße umgezogen, wo er sich nun auf den Handel mit gepanzerten Transportern spezialisierte.

Szene aus dem neuen Tatort: Dieser Überfall ist im neuen Tatort „Der rote Schatten“ zu sehen, der am Sonntag ausgestrahlt wird.

Der Markt dafür war da, Stapane musste nur erst die nötigen Kontakte knüpfen. Für die Security-Firmen und Geldtransportunternehmen in Nigeria, Albanien oder Rumänien lasse er die Wagen umbauen. „Die Afrikaner wollen, dass wir die ganze moderne Sicherheitselektronik ausbauen“, erzählt Stapane. Stattdessen würden dicke Riegel und Schlösser nachgerüstet. In Afrika würden Geldtransporte von so vielen bewaffneten Männern eskortiert, dass die Elektronik offenbar überflüssig sei.

Die Verschiffung und Verzollung der tonnenschweren Fahrzeuge übernimmt der Kasseler. Aktuell sind dies 50 bis 60 pro Jahr. In Spitzenzeiten waren es 20 im Monat.

Vor zwei Jahren hat Stapane mit dem Verleih von Geldtransportern ein zweites Standbein aufgebaut. Er verleiht die Fahrzeuge inklusive allem Zubehör: Geldkoffer, Alarmgeräte, Uniformen, Schutzwesten, Waffengürtel und Personal. Denn schon seit 2012 gab es immer wieder Aufträge von Produzenten. Angefangen von Serien wie „Alarm für Cobra 11“, „Mord mit Aussicht“, „Der letzte Bulle“ und „Soko Wismar“ über Fernsehfilme bis hin zu internationalen Kinofilmen wie „Die Unfassbaren“ mit Morgan Freeman und Michael Caine. 18 Produktionen waren es insgesamt, für neun saß Stapane selbst am Steuer und geriet so ins Fadenkreuz von Filmgangstern.

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