Fassade der Königstorschule wurde für 150.000 Euro saniert

Königstorschule: Ursprünglich war die Bürgerschule 3 und 4 symmetrisch und u-förmig gebaut. Das Pendant zum rechten Gebäudeflügel, das sich an der Luisenstraße befand, ist im Krieg zerstört worden.

Kassel. Die 1891 erbaute Königstorschule galt seinerzeit als Beispiel der Moderne. Inzwischen war das Gebäude zwischen Köngistor und Luisenstraße in die Jahre gekommen.

Ende des 19. Jahrhunderts machte die Kasseler Königstorschule weltweit Furore. Nur kurz nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1891 wurde die damalige Bürgerschule 3 und 4, eine Doppelschule mit Turnhalle für Knaben und Mädchen, auf der Weltausstellung in Chicago/USA als Beispiel für Fortschritt und architektonische Modernität gepriesen. Man war beeindruckt von der effizienten Niederdruckdampfheizung und davon, dass die Schüler beim hellen Licht einer Gasbeleuchtung in den Klassen lernten.

Zuletzt aber war das imposante Gebäude in die Jahre gekommen. Während des Bombardements im Zweiten Weltkriegs hatte es an der Luisenstraße nicht nur einen kompletten Gebäudeflügel verloren, sondern an der Fassade und auf dem Dach auch allerhand Zierrat. Wind und Wetter haben im Laufe der Jahre Abdecksteine, Mauerwerk und Verfugung vor allem am sogenannten Treppengiebel in Mitleidenschaft gezogen.

Seit Februar waren hier Mitarbeiter des städtischen Hochbauamts damit beschäftigt, die maroden Stellen zu sanieren. Inzwischen erstrahlt die Köngistorschule wieder im ehemaligen Glanz. Die Gesamtkosten der Giebelsanierung bezifferte Amtsleiter Axel Jäger mit 150 000 Euro. Aus Sicherheitsgründen waren bereits vor drei Jahren die Stufen des Giebels an der Straße Königstor zurückgebaut worden. Die Sanierung war schließlich in zwei Bauabschnitten verwirklicht worden: Giebel für Giebel. Zu den Herausforderungen, auf die dabei Bauleiter Jochen Umbach stieß, gehörte die Suche nach den passenden gelben und roten Mauerklinker im sogenannten „Reichsformat“. Eine Ziegelei im Osten Deutschlands hat sie jetzt angefertigt.

Auch die Sanierung und Anbringung der großen Abdecksteine aus Beton als oberer Abschluss der Giebel stellte Umbach vor eine große Aufgabe: Mit Hilfe eines Schwerlastkrans wurden die Steine, von denen jeder eine Tonne wiegt, aufgesetzt und seitlich am Mauerwerk angeschlossen. Dabei waren die 18 Abdecksteine von einer im Landkreis Kassel ansässigen Spezialfirma stilecht aus Beton rekonstruiert worden.

Zum Schluss wurden die vier Wappentafeln in der Fassade saniert. Die auf Kupferblech gemalten Wappen für das deutsche Reich, für Preußen, für Hessen und die Stadt Kassel, waren stark verwittert und kaum noch zu erkennen. In einem Kassler Restaurationsbetrieb waren sie jetzt aufgearbeitet und in der alten Maltechnik wieder hergestellt worden.

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