Bautermin steht noch nicht fest

Neuer Fernbusbahnhof in Kassel: Diese Standorte sind in der Diskussion

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Der Fernbushalt am ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe (Bild) soll in den nächsten Jahren aufgegeben werden. Die Fernbusse sollen künftig im Bereich Ölmühlenweg im Stadtteil Bettenhausen nahe den Autobahnen 7 und 49 halten.

Kassel. In fünf Jahren ist es im Kasseler Rathaus nicht gelungen, einen neuen Bushalt für Fernbusse zu schaffen, die Kassel ansteuern. Das Problem Fernbusbahnhof dürfe nicht vergessen werden, mahnt Wehlheidens Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD).

Jeden Tag quälen sich bis zu 80 Fernbusse, die in Deutschland und Europa unterwegs sind, von den Autobahnen durch die Stadt bis zum Bushalt am ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe – zum Leidwesen vieler Autofahrer und Anwohner.

Der Dieselskandal mache deutlich, „dass die Verlegung des Standortes des Fernbusbahnhofs von brennender Aktualität für einen innenstadtnahen Stadtteil wie Wehlheiden ist“, sagt Sprafke. Die Dieselmotoren der Busse würden die Atemluft in Kassel belasten.

In der Stadt werden die Stickoxid-Grenzwerte seit Jahren überschritten. 2017 blieb Kassel erstmals knapp unter dem Grenzwert. Stickoxide stammen hauptsächlich aus Dieselmotoren.

Im Kasseler Rathaus wird der Bereich Ölmühlenweg / Platz der Deutschen Einheit in Bettenhausen als neuer Standort für einen Fernbushalt favorisiert. „Im weiteren Bearbeitungsprozess müssen die funktionalen und städtebaulichen Anforderungen an den Fernbusbahnhof konkretisiert und in Entwurfsvarianten umgesetzt werden“, sagt Rathaus-Pressesprecher Michael Schwab. Einen Termin, wann der neue Busbahnhof in Betrieb gehen könnte, gibt es noch nicht.

NorbertSprafke

Die Absicht der Stadt, einen neuen Standort für den Fernbusbahnhof neu zu erschließen, verzögere die Entlastung Wehlheidens um Jahre, kritisiert Ortsvorsteher Sprafke. Zumindest müsse überlegt werden, eine Zwischenlösung etwa am Auestadion zu schaffen, die für eine rasche Entlastung Wehlheidens vom Busverkehr sorgen könne, bis der neue Standort betriebsbereit sei.

Wegen der Zunahme des Fernbusverkehrs habe die Stadt Standorte für einen neuen Fernbusbahnhof untersucht, erklärt Rathaus-Pressesprecher Schwab. Ein solcher Bahnhof benötige ein mindestens 3000 Quadratmeter großes Grundstück mit Erweiterungsmöglichkeiten für die künftige Entwicklung. Derzeit sei ein Halt von acht bis zwölf Bussen gleichzeitig vorgesehen. Der Fernbusbahnhof müsse in der Nähe von Straßenbahn- und Buslinien sowie nahe an einem Autobahnanschluss gelegen und gut an das Fuß- und Radwegenetz angeschlossen sein.

Anbieter wünscht sich Busbahnhof am Auestadtion

Mit dem von der Stadt favorisierten Standort in Bettenhausen kann sich der größte Fernbusanbieter Flixbus, der rund 80 Prozent Marktanteil hält, nicht anfreunden. Das Unternehmen hätte mit seinen Bussen künftig lieber den Standort Auestadion angesteuert, der auch untersucht und für tauglich befunden wurde. Nach Auffassung von Flixbus hätte sich am Auestadion ein Busbahnhof realisieren lassen, der den Gesichtspunkten eines modernen und zukunftsweisenden Fernbus-Bahnhofs Rechnung getragen hätte.

MichaelSchwab

Im Rathaus setzt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) auch aus Gründen der Stadtentwicklung auf den künftigen Bushalt im Bereich Ölmühlenweg. Dafür werde jetzt eine Standortentwicklung angestrebt, sagt Pressesprecher Schwab.

Es gebe bereits Vorermittlungen, die eine denkbare Gestaltung der Anlage aufzeigten. Systemskizzen würden neben dem künftigen Busbahnhof weitere Flächen für Nutzungen im gewerblichen und Dienstleistungsbereich vorsehen. Bei der Erarbeitung seien neben den Anforderungen des Fernbusbahnhofs auch städtebauliche, freiraumplanerische und gestalterische Aspekte zu beachten.  

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