„Das lief alles reibungslos“

Fliegerbombe: Polizei und Stadt ziehen positive Bilanz für Großeinsatz

Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr: Wegen des Bombenfundes an der Baustelle am Stadtbad Mitte wurden ab Montagnachmittag Teile der Kasseler Innenstadt lahmgelegt. Über Stunden hinweg mussten Straßen gesperrt sowie Tausende Anwohner und Geschäftsbesucher aus den umliegenden Gebäuden evakuiert werden. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Bombenfunde sind in Kassel nicht selten. Immer wieder tauchen die Relikte des Zweiten Weltkriegs in der Stadt auf, auf die fast 500.000 Fliegerbomben abgeworfen wurden.

Dennoch stellt der am Montag gegen 14.30 Uhr in Kassel gefundene Blindgänger nach Einschätzung von Polizeisprecher Torsten Werner eine Besonderheit dar. Denn durch den Fundort mitten in der Innenstadt mussten so umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, wie seit Jahren nicht mehr.

Enormer Aufwand

Der Aufwand von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt war enorm, um die Straßen rund um die Baustelle des ehemaligen Stadtbades Mitte abzusperren sowie Tausende Anwohner und Besucher der umliegenden Geschäfte aus den Gebäuden zu holen. Erst dann nämlich konnte den Sprengmeistern des Kampfmittelräumdienstes grünes Licht zur Entschärfung der Fünf-Zentner-Bombe gegeben werden.

Lagebesprechung: Stadtkämmerer Christian Geselle (links) und Polizeisprecher Torsten Werner mit Kollegen am Einsatzort.

Allein die Polizei war nach Werner Angaben mit 60 Beamten im Einsatz. Mit Helfern von Feuerwehr und Ordnungsamt seien es mehr als 100 Einsatzkräfte gewesen. Die Zusammenarbeit habe bei diesem Großeinsatz gut geklappt, meinte der Polizeihauptkommissar am Dienstag. Werner: „Das lief reibungslos.“Ähnlichen Aufwand wegen eines Bombenfunds gab es in Kassel zuletzt im April 2009. Damals war nahe des Kulturbahnhofs eine ebenfalls 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe entdeckt worden. Bahnhof und Häuser in der Umgebung wurden evakuiert – inklusive das Stellwerk für die Kurhessen-Bahn und das Arbeitsamt –, bis der Kampfmittelräumdienst den Blindgänger entschärft hatte.

Am Abend unschädlich gemacht

Die amerikanische Fliegerbombe, wegen der am Montag Teile der Innenstadt fast fünf Stunden lahmgelegt werden mussten, hat Kassel bereits verlassen. Am Montag gegen 19 Uhr unschädlich gemacht, wurde sie kurz darauf in einen Lastwagen verladen. Die Bombe wurde nach Mittelhessen gebracht und wird dort vernichtet.

Gleich nach der erfolgreichen Entschärfung wurden die Absperrungen aufgehoben und die Anlieger kehrten in ihre Wohnungen zurück.

In Vertretung von Ordnungsdezernent Kaiser lobte Stadtkämmerer Christian Geselle (SPD) Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK, Johanniter und Ordnungsamt für „ihr großartiges Engagement bei der Bewältigung der logistischen Herausforderung sowie den reibungslosen und professionellen Einsatzverlauf“. Geselle dankte auch Bürgern und Geschäftstreibenden, die mit großem Verständnis reagiert und somit zur zügigen Evakuierung beigetragen hätten.

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