Einmal jährlich Großjagd auf Nager im Stadtgebiet  

Fragen und Antworten zum Rattenbefall in Kassel und den Gefahren

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Ihr geht es ans Fell: Einmal jährlich besteht in Kassel für alle Hauseigentümer die Pflicht, Ratten bekämpfen zu lassen.

Kassel. Ratten und Mäuse gibt es überall, wo viele Menschen leben. Denn dort fühlen sie sich wohl. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

In der Kasseler Innenstadt waren in den vergangenen Monaten verstärkt Ratten und Mäuse in Lebensmittelbetrieben unterwegs - die Bekämpfung läuft.

Ist man zur Bekämpfung von Ratten verpflichtet?

Jeder Haus- und Grundstückseigentümer ist in Kassel einmal jährlich zur Bekämpfung von Ratten verpflichtet. Dabei soll ein professioneller Schädlingsbekämpfer für die Tötung beauftragt werden. Im Frühjahr ist eine Bekämpfung der Nager besonders effektiv. Denn aufgrund des geringen Nahrungsangebotes in den Wintermonaten, zieht es die Ratten in dieser Zeit verstärkt in dicht besiedelte Gebiete.

Was passiert, wenn Eigentümer ihrer Pflicht zur Bekämpfung nicht nachkommen?

Die Stadt prüft nicht flächendeckend, ob sich Eigentümer daran halten. „Wir gehen zunächst vom gesetzestreuen Bürger aus, zumal die Rattenbekämpfung auch im eigenen Interesse der Hauseigentümer ist“, sagt ein Stadtsprecher.

Wenn die Stadt Hinweise auf einen Rattenbefall erhält, prüft sie aber, ob die Eigentümer ihrer Pflicht nachgekommen sind. Wenn nicht, werden sie dazu aufgefordert.

Kommen sie der Aufforderung nicht nach, beauftragt die Stadt einen Schädlingsbekämpfer und stellt die Kosten dem Eigentümer in Rechnung. Zudem droht nach dem Infektionsschutzgesetz ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro.

Was kann präventiv gegen einen Rattenbefall getan werden?

Grundsätzlich ist es wichtig, den Tieren die Nahrungsquellen zu entziehen. Deshalb sollten keine Essensreste in die Toilette geworfen werden. Auch rät die Stadt Kassel den Bewohnern, ihre Gelben Säcke erst am Tag der Abholung auf die Straße zu stellen. Auch im Garten sollten keine Nahrungsquellen, wie etwa Essensreste auf dem Kompost, geschaffen werden. Vogelfutter sollte nicht verstreut werden. Besser ist es, das Futter in hängenden Futterhäuschen zu deponieren.

Wie werden Ratten professionell getötet?

Der Schädlingsbekämpfer bringt dafür Rattenköder in fest verschlossenen Boxen aus. Diese sind so konstruiert, dass kleine Kinder und Haustiere nicht mit dem Rattengift in Verbindung kommen. Die Köder sind mit einem Wirkstoff präpariert, der dafür sorgt, dass die Tiere innerhalb von wenigen Tagen innerlich verbluten. Nur solche Mittel sind zugelassen.

Würden die Tiere unmittelbar nach der Aufnahme des Köders sterben, würden andere Ratten dadurch abgeschreckt. Denn die Tiere sind intelligent.

Welche Gefahren drohen durch Ratten?

Von Ratten gehen mehrere Gefahren aus. Es sind sogar Einzelfälle in Deutschland bekannt, in denen eine Hantaviren-Übertragung durch Ratten tödlich verlaufen ist.

Zudem können Ratten Darmkeime übertragen oder auch Leptospirose. Bei dieser Infektionskrankheit sind schwere gelbsuchartige Verläufe mit einer Schädigung von Nieren und Leber zu beobachten.

Es gibt unterschiedliche Wege, wie Ratten als Krankheitsüberträger auf den Menschen fungieren. Wenn die Tiere beißen, können Keime aus der Mundhöhle in die Wunde eintreten.

Aber auch über Kot und Urin von Ratten können sich Menschen infizieren. Wenn Rattenkot zu Staub zerfällt und beispielsweise von Menschen weggekehrt wird, können Erreger in Mund und Atemwege gelangen.

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