Edwin Bogdan ist hilfsbereit und bescheiden

Traumnote: Kaufunger hat Abi mit Schnitt von 0,7 gemacht

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Freut sich jetzt auf den Abiball: FG-Schüler Edwin Bogdan möchte später gerne Lehrer werden.

Kassel. Edwin Bogdan ist ein ganz normaler junger Mann. Was ihn von anderen unterscheidet, ist, dass er am Kasseler Friedrichsgymnasium sein Abi mit einem sagenhaften Schnitt von 0,7 gemacht hat. 

Der 18-jährige aus Kaufungen hat ein Faible für Autos, seine Lieblingslektüre sind Motorsportzeitschriften und sein Schülerpraktikum hat er in einer Kfz-Werkstatt gemacht. Dabei steht er mit beiden Beinen fest auf der Erde. Im Sommer liebt er es, mit seinen Freunden beim Grillen zu entspannen.

Vor nicht all zu langer Zeit hat er für sich das Standardtanzen entdeckt, welches er nun in einer Kasseler Tanzschule fleißig trainiert. Wenn er davon erzählt, leuchten seine Augen. Er freue sich schon auf den Abiball, sagt er. Dicke Wälzer zu lesen, sei sein Ding nicht, verrät er, lieber gucke er die heute-show - eine Satire-Sendung.

Freundlich, ruhig und ausgeglichen sitzt Edwin im Café und erzählt. Seine Mimik signalisiert Aufgeschlossenheit und Interesse.

Edwin hat  beim Abi in seinen Leistungskursfächern Latein und Chemie sowie in den drei weiteren Prüfungsfächern Mathematik, Deutsch und Geschichte   jeweils 15 Punkte erreicht. Und weil das mehr als eine 1 ist, nämlich eine 1+, ist auch sein Abischnitt besser als 1. Offiziell steht 1,0 im Zeugnis.

Musste er für ein solch außergewöhnliches Abitur viel lernen oder ist er ein Genie und der Schulstoff flog ihm zu? „Zufliegen ist zuviel gesagt“, antwortet Edwin und lächelt bescheiden. Er habe durchaus was für die Schule machen müssen. Aber er lerne prinzipiell „nur so lange wie’s Spaß macht. Man darf das nicht mit Widerwillen machen“, sagt der gebürtige Bamberger, der ein Einzelkind ist; Papa ein Anwalt, Mama arbeitet im Einzelhandel. Sein Geheimnis, wenn es denn überhaupt eines gibt: Er sei einfach immer gerne in seine Schule, das Friedrichsgymnasium, gegangen. Das werde ihm jetzt fehlen: die Freunde, die Lehrer, das Schulleben, die Gemeinschaft.

So sah es noch vor wenigen Wochen am Friedrichsgymnasium aus: Auf Plakaten und Transparenten wurde den Abiturienten wie Edwin Bogdan Glück gewünscht. Das Zittern ist vorbei. Jetzt stehen die Noten fest. 

Schulleiter Dr. Lothar Schöppner ist voll des Lobes für seinen ehemaligen Schüler: „Er ist sehr hilfsbereit und bescheiden.“ Jahrelang habe er seinen Mitschülern Nachhilfeunterricht gegeben und sein Wissen gerne geteilt. „Ich finde es sinnvoll, anderen beim Lernen zu helfen“, sagt dazu Edwin. Es scheint, als habe er das mit großer Geduld gemacht. Manchmal müsse man eben Dinge zwei Mal erklären, manche Menschen benötigten einfach etwas mehr Zeit, das sei nicht schlimm. „Ich frage dann immer: Ist das auch angekommen? Und zur Not erkläre ich es einfach noch mal. Ungeduldig sein bringt nichts“, sagt er und fügt hinzu: „Das Lehren liegt mir.“ Deshalb möchte er auch gerne Lehrer werden. Dafür müsse er nicht in die Ferne schweifen. Als Studienort könne er sich Göttingen vorstellen. Auch Kassel komme in Betracht. Das Lehramtsstudium hier habe einen guten Ruf.

Und was kommt jetzt als Belohnung? Eine Weltreise? Nö, sagt Edwin und grinst. Abenteuerurlaub sei nicht nach seinem Geschmack, „eher Chillen am Strand“.

Das hat er sich verdient, und wir wünschen ihm dabei viel Vergnügen.

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