Angeblich haben Grundschullehrer vom FG abgeraten

Zu geringe Einwahlzahlen: Friedrichsgymnasium wirbt um weitere Schüler

Kasseler Friedrichsgymnasium in Not: Die Einwahlzahlen von Schülern für die fünfte Klasse der altsprachlichen Bildungsstätte sinken seit Jahren. Foto: Fischer

Kassel. Das Kasseler Friedrichsgymnasium hat mit sinkenden Einwahlzahlen zu kämpfen. Angeblich haben Grundschullehrer in den vergangenen Jahren davon abgeraten, die Schule zu besuchen. 

Das Friedrichsgymnasium (FG) macht mobil. Das 1779 gegründete und damit älteste Kasseler Gymnasium geht in die Offensive, um mehr Grundschüler (beziehungsweise deren Eltern) für einen Wechsel auf das kleinste Gymnasium in Kassel zu begeistern.

Der Hintergrund: Seit Jahren sinken die Einwahlzahlen für das FG. Immer weniger Schüler geben als ersten Wunsch an, aufs Friedrichsgymnasium gehen zu wollen. Zuletzt waren es unter 100 Schüler. Um vier Klassen zu ermöglichen, wurde die Schülerzahl nach FG-Angaben mit Schülern aus dem Landkreis auf 138 aufgefüllt.

Um diese Entwicklung zu stoppen, gab es jetzt im Friedrichsgymnasium eine Pressekonferenz. Mit dabei zwei ehemalige FG-Schüler, die eine erfolgreiche Karriere hingelegt haben und deren Kinder ebenfalls zu den Friedrichsgymnasiums-Schülern gehören: Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) und Dr. Friedrich Freiherr Waitz von Eschen, Unternehmer und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg.

Beide berichteten wie auch FG-Schulleiter Dr. Lothar Schöppner, dass in den letzten Jahren offenbar etliche Grundschullehrer bei den Informationstagen insbesondere Eltern aus dem Landkreis davon abrieten, auf das FG zu wechseln. Justizministerin Kühne-Hörmann: „Da wäre eine Dienstverletzung. Lehrer sind bei der Beratung zur Neutralität verpflichtet.“

Die Justizministerin stellte außerdem klar, dass auch Eltern und Kinder aus dem Landkreis als ersten Wunsch das Friedrichsgymnasium oder ein anderes Kasseler Gymnasium angeben könnten. Es gebe genug Kapazitäten.

Bleibt der Vorbehalt vieler, dass man auf dem Friedrichsgymnasium als erste Fremdsprache Latein hat - schließlich ist das FG das einzige altsprachliche Gymnasium der Region.

Latein zu lernen, sei aber eher ein Vorteil, berichtete der Vorsitzende des Ehemaligenvereins der Schule, Lasse Becker. „Durch Latein lernt man das Lernen.“ Und für viele Berufe (Juristen, Ärzte) sei es sowieso ein Vorteil, wenn man Latein könne.

Ansonsten, so die Schulelternbeiratsvorsitzende Martina Backes, glänze das Friedrichsgymnasium durch eine intakte Geimeinschaft und einen großen Zusammenhalt zwischen Schülern, Eltern und Lehrer. „Hier fühlt man sich wirklich wohl“. Kriminalitäts- und Drogenprobleme gebe es nicht.

Und Schulleiter Schöppner fügte ergänzend das große Angebot des Gymnasiums an, das vom Rudern über vielfältige Aktivitäten bis zum Orchester reiche.

Website des Friedrichs-Gymnasiums Kassel

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