Spender gesucht

Für 1,4 Millionen Euro: Karlskirche in Kassel wird saniert und bleibt 2018 geschlossen

Heute: Die Karlskirche mit dem Denkmal des Landgrafen Karl.

Kassel. Die Karlskirche ist seit ihrem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr umfassend saniert worden. Nun wird es höchste Zeit.

1,4 Mio. Euro sind für die Bauarbeiten, die sich auf den Innenraum beschränken werden, vorgesehen. Für die Sanierung der 1710 eröffneten Hugenottenkirche wird diese ab Januar 2018 geschlossen. Spätestens Ostern 2019 soll sie in neuem Glanz wieder eröffnen. Dabei legt die Kirchengemeinde Wert darauf, dass der 50er-Jahre-Charakter des Raums erhalten bleibt.

Es gibt viel zu tun in dem Gotteshaus, das einst für die Gemeinde der Kasseler Hugenotten errichtet worden war. Nicht nur die Heizungsanlage, die Ton- und Lichttechnik sowie die Toiletten müssen dringend erneuert werden, auch der Fußboden der Kirche ist mächtig abgenutzt und wird erneuert. In dem Zug soll der Untergrund begradigt werden, denn bislang ist die Kirche in Richtung des Altars abschüssig. Etwa 20 Zentimeter beträgt der Höhenunterschied.

Der Grund dafür ist Kriegsschutt, der unter dem vorderen Teil der Kirche liegt. „Bei Veranstaltungen wie Konzerten und Ausstellungen, die hier regelmäßig stattfinden, ist der abschüssige Boden ein Problem“, sagt Pfarrerin Inge Böhle.

1945: Die Karlskirche nach ihrer Zerstörung.

Ein großer Gewinn seien auch die geplanten Toiletten, die sich künftig im Eingangsbereich befinden werden. Bislang müssen die Besucher über eine schmale Treppe in den Keller gehen, um zum WC zu gelangen. „Das ist überhaupt nicht behindertengerecht“, ergänzt Pröpstin Katrin Wienold-Hocke.

Zudem soll im Eingangsbereich auch der neue Gemeinderaum entstehen, der durch eine Glaswand vom restlichen Kirchenraum abtrennbar ist. Die Integration des Gemeinderaums in die Karlskirche ist nötig geworden, weil die Kirchengemeinde Kassel-Mitte ihr Gemeindehaus an der Friedrichstraße verkauft hat, um die Sanierung der Kirche zu bezahlen. „Es ist uns nicht leicht gefallen, dass Gemeindehaus zu verkaufen, aber der Sanierungsbedarf war einfach zu hoch“, sagt Böhle.

Sie planen die Sanierung ihrer Kirche: Pröpstin Katrin Wienold-Hocke, Dr. Hans Helmut Horn, Vorsitzender des Kirchenvorstands und Pfarrerin Inge Böhle (von links) in der Karlskirche.

Erhalten werden sollen in der Kirche die geschwungenen 50er-Jahre-Treppen, die auf die Empore führen. Sie werden für die Umbauten aber etwas versetzt.

Um die Sanierung finanzieren zu können, ist die Kirchengemeinde auf weitere Spenden angewiesen. „Mit den Zuschüssen der Landeskirche und des Stadtkirchenkreises haben wir 1,1 Mio. Euro zusammen.

Die Lücke von 300.000 Euro wollen wir durch Spenden schließen“, sagt Dr. Hans Helmut Horn, der Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Die Gemeinde habe sich bei den geplanten Arbeiten auf das Wesentliche beschränkt. Für eine Außensanierung sei ohnehin kein Geld da.

Silvester findet der vorerst letzte Gottesdienst in der Karlskirche statt. „Da feiern wir Abschied“, sagt Böhle. 

1834: Dieses Gemälde zeigt die Kirche mit Markt.

Spenden: Kirchengemeinde Kassel-Mitte/Karlskirche, IBAN: DE78 5205 0353 0000 0549 91 BIC: HELADEF1KAS, Stichwort: „Renovierung der Kirche“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.