Planung dauerte länger als ein Jahr 

Für Normalgroße kaum lesbar: Kasseler Gedenktafel hängt sehr hoch

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Das Thema hoch gehängt: Wer die Gedenktafel für Karl Branner unter der Karl-Branner-Brücke entspannt lesen will, der muss sehr groß sein oder braucht eine Trittleiter.

Kassel. Die Anbringung einer Tafel für den NS-belasteten Kasseler Ex-Oberbürgermeister Karl Branner an der gleichnamigen Brücke wurde im wahrsten Sinne des Wortes hoch gehängt.

Das Projekt war von langer Hand geplant und beim persönlichen Referenten des Oberbürgermeisters angesiedelt.

Nach mehr als einem Jahr der Planung wurde die Infotafel nun angebracht – lesen soll sie aber offenbar niemand. Denn das gute Stück hängt in knapp drei Meter Höhe unter einem der Brückenpfeiler des Bauwerks, das Innenstadt und Unterneustadt verbindet. Wahrlich kein exponierter Platz für das von der SPD lange Zeit hochverehrte Stadtoberhaupt. Zudem ist es für Passanten, die nicht zufällig eine Trittleiter parat haben, sehr mühsam, den langen Text zu lesen.

Der Grund für die lieblos wirkende Ehrung von Branner liegt in der öffentlichen Kritik an der Person begründet. Denn nachdem dessen NS-Vergangenheit bekannt und von Historikern im Auftrag der Stadt aufgearbeitet wurde, waren viele gegen jegliche Würdigung des SPD-Oberbürgermeisters, der von 1963 bis 1975 im Amt war.

Während die Seitenhalle des Rathauses, die seinen Namen trug, umbenannt wurde, blieb der Name Karl-Branner-Brücke auf Wunsch der Stadtverordneten erhalten. Als Kompromiss sollte eine Tafel angebracht werden, die dessen NS-Zeit aufgreift.

Obwohl Historiker und Ortsbeiräte den Text für die Gedenktafel als verharmlosend kritisierten, blieb er unverändert. Dafür wurde nun ein Platz ausgewählt, der verhindern soll, dass sie Opfer von Vandalismus wird.

Karl Branner (1910-1997) war während des Nationalsozialismus in mehreren NS-Organisationen führend tätig. Zudem, so hatten Historiker geurteilt, trägt seine Doktorarbeit den nationalsozialistischen Geist in sich.

Lesen Sie dazu auch:

Kommentar zur Hinweistafel an der Branner-Brücke: Achtung, Lebensgefahr

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