Evangelische Sozialarbeit in Stadt und Kreis aus einer Hand

Fusion in Kassel: Eine Region, eine Diakonie

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Diakonisches Werk für Stadt und Landkreis Kassel unter einem Dach: Unser Bild zeigt Dekane der vier beteiligten Kirchenkreise Wolfgang Heinicke (Hofgeismar), Carmen Jelinek (Kaufungen), Dr. Gernot Gerlach (Wolfhagen) und Barbara Heinrich (Kassel) sowie Geschäftsführer Gerd Bechtel vor dem Sitz des Diakonischen Werks in der Hermannstraße.

Kassel. Auf dem Schild vor der Geschäftsstelle an der Hermannstraße war der Zusammenschluss sogar schon ein paar Tage verfrüht vollzogen: „Diakonisches Werk Region Kassel“ stand dort schon Ende Dezember.

Streng genommen ist die Fusion beiden Diakonischen Werke Kassel und Hofgeismar Wolfhagen erst zum 1. Januar in Kraft getreten.

Weil der Weg dafür aber schon Monate zuvor von den vier beteiligten Kirchenkreisen frei gemacht wurde, gab es aber ausreichend Vorlauf für das neue, gemeinsame Diakonische Werk. Es ist nun das größte im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Ziel der Fusion ist, die diakonische Arbeit in Stadt und Landkreis Kassel aus einer Hand zu liefern und damit auch zu stärken, erklärte Geschäftsführer Gerd Bechtel. Er war zuvor bereits Geschäftsführer des Diakonischen Werks Kassel. Dieses umfasste den Bereich der Stadt und des Altkreises. Im Gebiet des Landkreises Kassel gab es damit bislang zwei Diakonische Werke, mit teilweise überlappenden Aufgabengebieten. Künftig gibt es für die Kreisverwaltung einen zentralen Ansprechpartner für den Bereich der kirchlichen Sozialarbeit.

Angebot bleibt erhalten

Nach außen wird nicht viel von der Zusammenlegung zu spüren sein. „Unser Anliegen bleibt, für Menschen einzutreten, die am Rande der Gesellschaft stehen“, betonte Bechtel. Alle bisherigen Angebote und Beratungsstellen der beiden Diakonischen Werke sollen unter dem gemeinsamen Dach fortgeführt werden. „Es ist wichtig, dass wir in weiter von Kassel entfernten Kleinstädten wie Hofgeismar und Wolfhagen Anlaufstellen bieten“, sagte Bechtel. Schon die Kosten für ein ÖPNV-Ticket nach Kassel könnten für Menschen mit wenig Geld eine Hürde darstellen.

Auch die Stellen aller 190 hauptamtlichen Mitarbeiter bleiben erhalten. Die bisherige Geschäftsführerin des Werks Hofgeismar-Wolfhagen, Angelika Vialon, übernimmt der Leitung eines der vier Arbeitsbereiche (Integration und Inklusion) des neuen Diakonischen Werks. Das Jahresbudget des fusionierten Werks entspricht mit 9,5 Mio. Euro (1,5 Mio. davon stammen sind kirchliche Mittel) der finanziellen Gesamtausstattung der beiden Vorgänger-Einrichtungen.

Die Frage unmittelbarer Einsparungen und Kürzungen habe bei der Fusion keine Rolle gespielt, sagte Bechtel. Gleichwohl sei klar, dass man sich auf künftig rückläufige finanziellen Mittel – nicht nur aus kirchlichen Quellen – einstellen müsse. Dem trage die neue Organisationsstruktur Rechnung. „In der Perspektive lautet die Frage: Welche Arbeitsfelder können wir aufrecht erhalten und in welchem Umfang?“ Aufgabe des Diakonischen Werks werde künftig auch sein, neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Dabei sei es auch denkbar, dass man für Unternehmen Aufgaben in der Suchtprävention oder psychosozialen Beratung übernehme.

Der Zusammenschluss der Diakonischen Werke wird am Freitag, 13. Januar, 11 Uhr, in einem Gottesdienst mit Bischof Martin Hein in der Martinskirche gefeiert.

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