Ausschuss ist dagegen

Gegenwind für Bürgerbegehren: Trams sollen in Königsstraße bleiben

Wieder diskutiert: Die Fraktion Freie Wähler/ Demokratie erneuern will die Kasseler fragen, ob die Bahnen in der Königsstraße bleiben sollen. Archivfoto: Koch

Kassel. Eine Königsstraße ohne Straßenbahnen werde es auf absehbare Zeit nicht geben.

Mit dieser Meinung trat die Mehrheit der Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung am Mittwochabend einem Vorstoß der Fraktion Freie Wähler/ Demokratie erneuern entgegen. Wie die HNA berichtete, will die Fraktion im Frühjahr ein Bürgerbegehren einleiten, mit dem Ziel, die Bahnen von der Einkaufsmeile zu verbannen.

„Die Straßenbahn in der Königsstraße wird immer ein strittiger Punkt bleiben. Es gibt Menschen, die froh sind, dass die Bahnen bis ins Zentrum fahren und andere, die dies stört“, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) im Ausschuss. Er selbst sei für einen Verbleib der Bahnen.

Denn andernfalls, so Nolda, müssten die Schienen in einem Ring um die Stadt gelegt werden. Der Neubau von Gleisen, der dann unter anderem auf dem Steinweg nötig werde, sei viel zu teuer. Zudem müsse der gerade im Umbau befindliche Altmarkt wieder aufgerissen werden.

Bernd Häfner, Fraktionsvorsitzender der Fraktion Freie Wähler/ Demokratie erneuern, will dennoch an seinem angekündigten Bürgerbegehren festhalten. „Das ist eine latent ungelöste Frage in der Stadt“, sagte Häfner. Der Hessentag, bei dem die Bahnen zehn Tage lang über Stände- und Scheidemannplatz umgeleitet wurden, habe gezeigt, dass es Alternativen gebe. Daher sollten die Kasseler die Chance erhalten, ihre Meinung zu äußern. Mit der Unterschriftensammlung wolle er im Frühjahr starten.

Gernot Rönz (Grüne) warf Häfner „billigen Populismus“ vor. Er gehe in keiner Weise auf die Kostenfrage ein. Dass es keine Beschwerden während des Hessentages gegeben habe, liege an dem einmaligen Ereignis. Die Ausweichstrecke über Stände- und Scheidemannplatz reiche für den regulären Straßen- und Regiotramverkehr nicht aus.

Enrico Schäfer von der SPD stieß ins gleiche Horn: „Ein Bürgerbegehren ist nur sinnvoll, wenn klar ist, dass man die Entscheidung der Bürger auch umsetzen kann.“

Auch Heinz Gunter Drubel (FDP) nahm Abstand von Häfners Vorstoß. Als vor der Kommunalwahl 2001 schon einmal mit den Händlern die Herausnahme der Bahnen diskutiert wurde, habe auch die FDP auf dieses Pferd gesetzt. Die Kasseler hätten seine Partei seinerzeit aber mit einem schlechten Ergebnis abgestraft.

Von Bastian Ludwig

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