Angeklagter spricht kaum Deutsch

Gerichtsprozess in Kassel stockt, weil der Dolmetscher zu schlecht ist

Kassel. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Richter Hirdes, der gestern Morgen einen Prozess im Kasseler Amtsgericht eröffnet – und kurz darauf mit qualmendem Kopf wieder beendet hat. 

Was war denn da los? Angeklagter war an diesem Mittwochmorgen ein 33-jähriger Algerier. Ihm wird vorgeworfen, in 40 Fällen mit Kokain und Marihuana gehandelt zu haben, und das in nicht geringen Mengen. Was wird der junge Mann zu sagen haben?

Nun ja, das wird nicht so recht deutlich an diesem Verhandlungstag, der beendet wird, bevor er so richtig begonnen hat. Der Staatsanwältin gelingt es nicht einmal, die Anklageschrift bis zum Ende vorzulesen. Das Problem: Der Angeklagte spricht kaum Deutsch, weshalb ihm eine Dolmetscherin an die Seite gestellt wurde. Dummerweise reichen auch die Sprachkenntnisse der jungen Dame nicht aus, um zwischen Kläger und Angeklagtem ordentlich zu vermittelt.

Das führt zu leichter Verzweifelung. Um 10 Uhr schließt Richter Hirdes die Sitzung mit den Worten: „Dafür geht es hier einfach um zu viel.“

Für den Fortsetzungstermin, der jetzt für den 5. November geplant ist, werde das Gericht einen anderen Dolmetscher beauftragen. Die Frage ist jetzt nur, wer das dem Angeklagten nun mitteilt.

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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