Gerüst war "peinlich für die Stadt"

Nach neun Jahren: Das Gerüst am Kulturbahnhof wird abgebaut

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Bald wieder frei: Am Kulturbahnhof Kassel wird das Gerüst abgebaut.

Kassel. Es war ein historischer Moment: Nach neun Jahren Bauzeit haben heute Mitarbeiter der Kasseler Firma Westermann mit dem Abbau des Gerüsts am Kulturbahnhof begonnen.

Jörg Westermann, Inhaber der Firma sagte, er gehe davon aus, dass man bis Ende der Woche dort verschwunden sei.

Martin Sonntag, Leiter der Galerie für komische Kunst, Caricatura, die im Kulturbahnhof beheimatet ist, sagt: Heute und morgen werde nach seinen Informationen demontiert, morgen solle der Hauptteil abgenommen werden, Donnerstag und Freitag seien noch Restarbeiten geplant. Er ist erleichtert: „Es ist toll, dass es jetzt vorangeht, es wurde wirklich Zeit, dass das Gerüst endlich wegkommt. Wir haben uns nie daran gewöhnt, jedes Jahr haben sich unsere Besucher totgelacht, dass das Gerüst immer noch da ist.“

„Peinlich auch für die Stadt“ 

Insgesamt sei es schön, dass die Fassade erneuert worden ist, doch die Bausubstanz hinter der Fassade sei ebenfalls in sehr schlechtem Zustand, sagt Sonntag. „Wir sind aber optimistisch, dass wir uns auch an der Stelle mit der Deutschen Bahn einigen können“. Peinlich sei das Gerüst nicht nur der Caricatura gewesen, sondern auch der Stadt Kassel. Sogar so sehr, dass selbst Oberbürgermeister Bertram Hilgen sich im Jahr 2012 einschaltete und bei der Bahn angerufen hat, um endlich zu erfahren, wann das Gerüst abgebaut wird. Der Anruf hatte mäßigen Erfolg.

Heute, drei Jahre später, war der zuständige Projektleiter der Deutschen Bahn für ein Statement nicht zu erreichen, er sei erkrankt, teilt die Pressestelle der Bahn mit. 2,4 Millionen Euro hat die Bahn nach eigenen Angaben in die Sanierung des Nordflügels investiert.

Seit Herbst 2012 wurden die denkmalgeschützte Muschelkalk-Fassade instand gesetzt und mit Wärmedämmung versehen, die Fenster ausgetauscht und das Dach erneuert. Das Gerüst vor dem Gebäude steht allerdings schon viel länger. 2006 war es aufgestellt worden, nachdem Fassadenteile bei einem Sturm herabgefallen waren. Dann wurde die Sanierung immer wieder verschoben.

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