Bauarbeiten bis Ostern 2016: Martinskirche wird für 2,5 Millionen Euro saniert

Großbaustelle: Die Martinskirche wird von Grund auf saniert und soll Ostern 2016 wieder komplett für Gottesdienste zur Verfügung stehen. Vorn im Bild ist Pfarrer Dr. Willi Temme zu sehen. Fotos: Zgoll

Kassel. Die Martinskirche ist eine Großbaustelle und wird das auch bis Ostern 2016 bleiben. Kassels größtes Gotteshaus wird für 2,5 Millionen Euro saniert.

Das Kirchenschiff steht derzeit voller Gerüste. „Bisher läuft alles ohne Zwischenfälle und zum Glück auch ohne Überraschungen“, sagt Pfarrer Dr. Willi Temme. Er erinnert sich noch an die Arbeiten am Vorplatz der Kirche. Vor gut drei Jahren fanden die Bauarbeiter damals Mauerreste, die man zunächst nicht zuordnen konnte. Es handelte sich um eine ehemalige Zisterne, die keinen größeren Wert für die Forschung hatte. Für Bauverzögerungen können solche Funde aber immer sorgen.

Der Innenraum der Kirche hielt bislang keine derartigen Überraschungen parat. An einigen Stellen wurde der neue Belag aus dunklen Bodenplatten schon verlegt. Man habe sich bei der Gestaltung an den Originalplänen früherer Kirchenbauer orientiert, sagt Pfarrer Temme. So ergebe sich ein reizvoller Kontrast zu dem hellen Sandstein.

Schön soll die sanierte Martinskirche aussehen, aber auch besser nutzbar als bisher sein. Dafür werden unter anderem die Elektrik und die Beleuchtung erneuert. Von den Wänden bis hinauf zum Deckengewölbe sind die Handwerker derzeit beschäftigt.

Neue Orgel

Die Gottesdienste finden bis zum Abschluss der Arbeiten in der Chorkirche mit ihrer kleinen Orgel statt. Hier gibt es Platz für knapp 200 Menschen. In die voll besetzte Martinskirche passen 1100 Gottesdienstbesucher. Die Übergangslösung habe durchaus ihren Reiz, sagt Pfarrer Temme. Beim Gottesdienst seien die Reihen oft voll besetzt, als Pfarrer sei man näher an den Menschen. Trotzdem freut er sich auf die neue Martinskirche. Die wird nicht nur saniert, sondern bekommt auch eine neue Orgel. Die bisherige Bosch-Orgel wurde bereits vor einem Jahr ausgebaut und wird nach einer Generalüberholung demnächst in der katholischen Sankt-Elisabeth-Kirche am Friedrichsplatz erklingen.

Die neue Orgel der Martinskirche mit einer Vielzahl neuer klanglicher Möglichkeiten soll ab dem Jahr 2017 zu hören sein. Dafür hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck 2,2 Millionen Euro bewilligt.

An den Kosten für die Kirchensanierung beteiligen sich neben der Landeskirche auch der Stadtkirchenkreis und die Martinskirchengemeinde. Zum 650-jährigen Geburtstag der Martinskirche soll sich das Gebäude gründlich saniert und mit einer herausragenden Akustik präsentieren.

Hintergrund: Erste Weihe 1367

Die Martinskirche wurde ab der Mitte des 14. Jahrhunderts auf dem höchsten Punkt der neu gegründeten Vorstadt „Freiheit“ gebaut. 1367 wurde der bis dahin fertiggestellte Chor der Kirche geweiht. Ab 1526 war die Martinskirche evangelisch. Baulich vollendet wurde die Kirche erst 1892. Damals wurden die beiden Kirchtürme fertig. In der Bombennacht vom 22. Oktober 1943 wurde die Kirche weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau begann 1954 und wurde 1958 abgeschlossen. (tos)

Lexikonwissen: Die Martinskirche im HNA-Regiowiki

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