Geschenkegeld lockt Händler

Für 2015 erwägen City-Kaufleute verkaufsoffenen Sonntag direkt nach Weihnachten

Attraktiv auch nach dem Fest: Der Kasseler Märchen-Weihnachtsmarkt – unser Bild entstand vor zwei Jahren – lockt noch zwischen den Jahren viel Publikum in die Stadt. Das wollen die City-Kaufleute 2015 nutzen und direkt nach den Feiertagen einen verkaufsoffenen Sonntag anbieten. Dieses Jahr geht das nicht mehr, alle vier gesetzlich möglichen Termine sind bereits ausgenutzt. Foto:  Fischer

Kassel. Die Zeit vor und unmittelbar nach Weihnachten ist für viele Einzelhändler die lukrativste Zeit des Jahres. Für 2015 überlegen daher die City-Kaufleute, ob es gleich im Anschluss an die Festtage einen verkaufsoffenen Sonntag in Kassel geben soll. Nächstes Jahr fällt Weihnachten im Kalender ähnlich wie diesmal: Auf den 2. Weihnachtstag wird 2015 unmittelbar ein Sonntag folgen.

„Das wäre ein hochinteressanter Tag für den Einzelhandel, zumal dann auch noch der Weihnachtsmarkt geöffnet sein wird“, sagte Petra Feist-Dietrich, Sprecherin der City-Kaufleute. Es gebe bisher „Überlegungen, aber noch keinen Beschluss“ für einen Einkaufssonntag zwischen den Jahren. Dies müsse auch mit weiteren Akteuren wie etwa dem Einkaufszentrum Dez in Niederzwehren besprochen werden.

Der Hintergrund: Pro Jahr und Kommune sind in Hessen maximal vier verkaufsoffene Sonntage erlaubt, was in Kassel voll ausgeschöpft wird. Bisher ist die städtische Genehmigungspraxis so, dass die Innenstadthändler zwei dieser Termine erhalten – das „Frühlingserwachen“, ein Innenstadtfest im März, sowie die „Casseler Freyheit“, ein historischer Messetermin Ende Oktober. Zwei weitere verkaufsoffene Sonntage werden bisher gemeinschaftlich vom Dez sowie vor allem von großen Möbelhäusern in Waldau und Niederzwehren ausgerichtet.

Im Ladenöffnungsgesetz sind solche Sonntagsöffnungen grundsätzlich als Ausnahmen definiert. Das heißt: Sie müssen mit Märkten, Messen oder andereren Großveranstaltungen verbunden sein, die die Annahme rechtfertigen, dass dann ein besonders hohes Interesse am sonntäglichen Einkauf besteht. Allein der Umstand, dass direkt nach Weihnachten viele Menschen in Kauflaune sind, weil sie Zeit und auch Geld in der Tasche haben, würde einen verkaufsoffenen Sonntag also nicht genehmigungsfähig machen.

Mit dem besucherstarken Märchen-Weihnachtsmarkt aber ließe sich eine stadtweite Sonntagsöffnung solide begründen. Die vier Jahrestermine 2015 werden von der Stadt wie üblich Anfang des neuen Jahres festgelegt. Die Perspektive eines Einkaufssonntags am 27. Dezember 2015 dürfte für das Dez ebenso attraktiv sein wie für die Innenstadthändler.

Fraglich bleibt, wie die großen Möbelhäuser ihre Interessen vertreten. Für sie ist ein Termin zwischen den Jahren weniger ideal, und einer der bisherigen Kasseler Einkaufssonntage müsste dafür wegfallen.

Von Axel Schwarz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.