Gewerkschaften, Kagida und Gegendemo

Gleich drei Demonstrationen in der Kasseler Innenstadt

Kassel. Wegen drei Demonstrationen kam es am Montag zu Verkehrsbehinderungen in der Kasseler Innenstadt. Etliche Straßen waren gesperrt, Autos standen still.

Zunächst waren 1500 Frauen und Männer, hauptsächlich Polizeibeamte, dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) gefolgt und hatten gegen die Sparpläne der schwarz-grünen Landesregierung protestiert. Es geht um Kürzungen bei der Beihilfe für die Krankenversicherung und die gesetzlich verordnete Nullrunde für die Beamtenbezüge im kommenden Jahr. Die Demo endete mit einer Kundgebung am Scheidemannplatz.

Dort warteten bereits Hunderte Polizisten, die allerdings im Einsatz waren. Die Gruppe „Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kagida) hatte zum dritten Mal an einem Montag zu einer Kundgebung mit Demonstrationszug eingeladen. Deshalb waren von 17 bis 20.30 Uhr Teile der Kurfürstenstraße und der Ständeplatz zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Scheidemannplatz in beiden Richtungen gesperrt. Nach Polizeiangaben nahmen 80 Personen an der Kagida-Demonstration teil.

Spontan war noch eine Gegendemonstration angemeldet worden, der sich 130 Menschen anschlossen. Die Polizei hatte dem Vernehmen nach 400 Beamte im Einsatz. Diese sorgten trotz Sitzblockade und Provokationen für einen weitestgehend friedlichen Verlauf. In einer gemeinsamen Resolution hatten sich am Montagabend die Stadtverordneten für ein „weltoffenes Kassel“ und gegen Gruppen wie Kagida ausgesprochen. Als die Polizeibeamten am Nachmittag vom Staatstheater bis zum Scheidemannplatz gezogen waren, wurde ihnen von vielen Passanten Verständnis entgegengebracht. „Die riskieren jeden Tag ihr Leben und kriegen nichts als Undankbarkeit“, sagte ein junger Mann.

Noch am späteren Montagabend sprach sich die Kasseler Stadtverordnetenversammlung gegen die Demonstrationen der Kagida aus. Dazu wurde auch eine gemeinsame Resolution aller Fraktionen veröffentlicht.

Doch nicht nur in Kassel wurde demonstriert. Nach Angaben der Polizei folgten am Montagabend in Dresden rund 15.000 Menschen dem Demonstrationsaufruf der Gruppe Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes).Es war die neunte und bisher größte „Pegida“-Demonstration in Folge. An Gegenkundgebungen, zu denen die Bündnisse „Dresden für alle“ und „Dresden Nazifrei“ aufgerufen hatten, beteiligten sich laut Polizei mehr als 6500 Menschen. (use/bal)

Dritte Kagida-Demo in  Kasseler Innenstadt

Gewerkschaften demonstrieren in Kassel

Rubriklistenbild: © Schachtschneider

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