Neuer Zukunftssicherungstarifvertrag

GNH-Mitarbeiter verzichten weiter auf Gehalt

Kassel. Der Vorstand spricht von einem Erfolgsmodell: Bei der Gesundheit Nordhessen Holding soll es erneut einen Zukunftssicherungstarifvertrag geben. 

Die Beschäftigten der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), zu der auch das Klinikum Kassel gehört, werden weiterhin auf vier Prozent ihres Gehalts verzichten. Im Gegenzug sind betriebliche Kündigungen ausgeschlossen. Der Zukunftssicherungstarifvertrag (Zusi) soll bis Ende 2020 fortgeführt werden.

Darauf haben sich der Kommunale Arbeitgeberverband, die GNH und die Gewerkschaft Verdi geeinigt. Laut Vertrag ist auch vorgesehen, dass die Beschäftigten das einbehaltene Gehalt ganz oder anteilig zurück erhalten, wenn die GNH ein positives Jahresergebnis erwirtschaftet. In den vergangenen Jahren hatten die Beschäftigten einen Großteil des einbehaltenen Gehalts zurück bekommen. Seit der Erstauflage des Zusi im Jahr 2007 habe es stets Gehaltsrückzahlungen gegeben.

Der Zukunftssicherungstarifvertrag habe sich zu einem „Erfolgsmodell für Beschäftigte und Unternehmen“ entwickelt, so Karsten Honsel und Birgit Dilchert vom GNH-Vorstand. Eine Verlängerung des Zusi sei unverzichtbar, um eine dauerhafte Perspektive für die GNH-Gesellschaften, die insgesamt knapp 4800 Mitarbeiter beschäftigen, zu schaffen und die finanzielle Grundlage für geplante Investitionen zu bieten.

Mit Hilfe des Zusi, der für die Banken als Sicherheit diente, sei es gelungen, einen großen Investitionsstau in der GNH ab- und die Leistungen auszubauen. Größtes Projekt der GNH in den vergangenen Jahren waren Neu- und Umbauten auf dem Gelände des Klinikums. Gleichzeitig seien Arbeitsplätze gesichert worden. So hätten selbst bei der Schließung der Klinik in Helmarshausen und des Pflegeheims am Fasanenhof die Mitarbeiter keine betriebsbedingten Kündigungen fürchten müssen.

Konzernbetriebsratsvorsitzender Matthias Dippel, Verdi-Gewerkschaftssekretärin Heike Grau und Verdi Vertrauensleutesprecher Ralph Stiepert heben hervor, dass es in den gemeinsamen Verhandlungen gelungen sei, die Servicegesellschaft ökomed mit ihren Beschäftigten im Unternehmen zu halten und deren Arbeitsplätze zu sichern. Bei der GNH-Servicegesellschaft ökomed gilt künftig ein einheitlicher Tarif für alle Beschäftigten.

Verhandlungen mit Ärzten

GNH-Vorstand und außertariflich Beschäftigte beteiligten sich im gleichen Umfang am Gehaltsverzicht. Mit den Chefärztinnen und Chefärzten liefen hierüber derzeit konstruktive Verhandlungen, heißt es in einer Pressemitteilung weiter. Es sei nicht gelungen, mit dem Ärzteverband Marburger Bund eine vergleichbare Regelung zu verhandeln.

Dem neuen Zusi müssen noch die Stadtverordnetenversammlung sowie Gremien des Arbeitgeberverbandes und Verdi zustimmen.

Rubriklistenbild: © dpa

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