Bauprojekt wird teurer als 60 Millionen 

Größte Baustelle in Kassel: Neubau des Fraunhofer-Instituts Anfang 2021 fertig 

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Die Baustelle von oben: Fraunhofer baut auf dem 32 000 Quadratmeter großen Areal am Hauptbahnhof. Die Rohbauarbeiten sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Im Hintergrund sind die Arbeitsagentur und das Polizeipräsidium zu sehen.

Am Hauptbahnhof befindet sich mit dem Neubauvorhaben des Fraunhofer-Institutes für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) derzeit Kassels größte Baustelle. 

Der Boden vibriert unter der Last von 20 Baggern, einem Dutzend Lastwagen und unzähligen Presslufthämmern. 60 Bauarbeiter sind auf der Baustelle des neuen Fraunhofer-Instituts im Einsatz, damit die Gebäude im Frühjahr 2021 eröffnen können.

Vergangenes Jahr hatten die Arbeiten begonnen. Weil die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg viel aufwendiger war als gedacht und zudem der zunächst beauftragte Kampfmittelräumdienst insolvent ging, haben sich die Bauarbeiten verzögert. „Die überhitzte Baukonjunktur wird zusätzlich für Kostensteigerungen sorgen. In welcher Höhe, lässt sich noch nicht abschätzen“, sagt Ralf-Rüdiger Hoßbach, IEE-Verwaltungsleiter. Geplant worden war mit 60 Millionen Euro. 

Vor dem Eisspeicher: Bauleiter Reinhold Achhammer vom HHS-Baumanagement (links) und Fraunhofer-Verwaltungsleiter Ralf-Rüdiger Hoßbach. 

Das Regierungspräsidium Kassel hatte den Bauherren sehr hohe Auflagen gemacht, was die Kampfmittelräumung des Baufeldes angeht: 3600 Löcher mussten gebohrt werden, um darin eine Sonde in bis zu elf Mieter Tiefe hinabzulassen. „Gefunden haben wir keine echten Blindgänger. Nur Splitter und 80 Tonnen Metallschrott“, sagt Bauleiter Reinhold Achhammer vom beauftragten Architekturbüro HHS Baumanagement.

Nach den Startschwierigkeiten laufe es nun aber gut auf der Baustelle, so Hoßbach. Im April wurden die Rohbauarbeiten gestartet, und bis Ende des Jahres soll der Rohbau des Hauptgebäudes und der Nebengebäude (Labor-, Technik- und Werkstattgebäude) stehen. Dann dauere es noch ein gutes Jahr, bis die Verkleidung des Gebäudes und der Innenausbau abgeschlossen seien.

So soll das Fraunhofer-Institut gestaltet werden:

Eine Besonderheit des Projekts ist ein unterirdischer Eisspeicher, der durch das physikalische Wechselspiel von Wasser und Eis funktioniert und im Sommer zur Kühlung benutzt wird. „Wir verfolgen hier ein nachhaltiges Energiekonzept, zu dem auch eine Wärmepumpe und Photovoltaik gehören“, sagt Hoßbach. Auf dem Eisspeicher wird sich eine Wasserfläche befinden – er wird also an der Oberfläche wie ein Teich wirken. Hinter dem Institutsbau gibt es zudem eine großzügige Parkanlage.

Gut 320 Mitarbeiter sollen in den Neubau einziehen. Dafür gibt das IEE seine Standorte an der Goethestraße und am Königstor auf. Die Büros an der Wilhelmshöher Allee (gegenüber IC-Bahnhof) müssen aber beibehalten werden, da nicht alle 350 Mitarbeiter des Instituts im Neubau Platz finden. Zudem will das Institut weiter personell wachsen.

So soll es werden: Das futuristisch anmutende Hauptgebäude.

Deshalb ist ein zweiter Bauabschnitt auf dem Areal neben dem Hauptbahnhof bereits vorgesehen. Dieser soll nochmals 40 Millionen Euro kosten. „Wir gehen davon aus, dass der zweite Bauabschnitt 2025 oder 2026 bezogen werden kann“, sagt Hoßbach.

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