Kundgebung ab 16 Uhr

Offensive gegen Kagida: Großdemo heute vor dem Rathaus

Kassel. Unter dem Motto „Ein Deutschland für alle - Kassel bleibt weltoffen“ findet am heutigen Montag ab 16 Uhr vor dem Kasseler Rathaus eine Großdemo statt.

Die Organisatoren wollen damit in die Offensive gehen und nicht mehr auf die montäglichen Kagida-Kundgebungen auf dem Scheidemannplatz reagieren. Man hofft auf mehrere tausend Teilnehmer.

In dem Aufruf heißt es: „Wir bekennen uns klar zu den Werten Europas, zu Freiheit, Gleicheit, Brüderlichkeit, Toleranz sowie Meinungs- und Glaubensfreiheit.“ Man stehe für eine Stadt, in der jeder sein Leben leben könne, ohne dabei andere in ihrer Freiheit zu beschränken. „Wir wenden uns gegen den Missbrauch von Ängsten in der Bevölkerung für politische Zwecke radikaler Parteien und Gruppierungen wie Kagida.“ Deren Gedankengut sei menschenverachtend.

Zu den Erstunterzeichnern gehören Oberbügermeister Bertram Hilgen, der Ausländerbeirat, SPD, CDU und Grüne. Mitterweile haben sich die Kirchen, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), Kassels Landrat Uwe Schmidt, muslimische und türkische Gemeinden und Verbände, die jüdische Gemeinde, Organisationen der Wohlfahrtsverbände, der VW-Betriebsrat, Diakonisches Werk und Caritasverband angeschlossen, um nur einige zu nennen.

Auch die Redner auf der Großdemo stellen ein breites Spektrum des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Lebens in Kassel dar: Michael Rudoph (DGB), Stefan Lange (IHK), Ilana Katz (Jüdische Gemeinde), Mahmut Eryilmaz (Muslimische Gemeinden und Aleviten), Barbara Heinrich (Evangelische Kirche), Rolf-Dieter Postlep (Universität Kassel), Martin Sonntag (Caricatura), Sengül Ay (türkische Frauen), Bertram Hilgen (SPD, Oberbürgermeister) und Eva Kühne-Hörmann (CDU, Hessische Justizministerin). Die Redezeit ist auf jeweils fünf Minuten begrenzt.

Im Rathaus werden derzeit Schilder vorbereitet, auf den das Wort „Willkommen“ in mehreren Sprachen steht. Die Organisatoren bitten die Demo-Teilnehmer, solche Schilder mitzubringen.

Linke ruft nicht zu Demo auf

Nicht unterzeichnet haben den Aufruf die Linken. Die Gründe dafür nennt die Kasseler Hochschulgruppe Die Linke. SDS in einem offenen Brief, dem sich der Kasseler Kreisverband der Partei Die Linke angeschlossen hat. Darin wird Oberbürgermeister Hilgen kritisiert, dass er sich zu spät an einer Demonstration gegen Kagida beteiligt. Zudem dürfe es nicht bei der Kundgebung vor dem Rathaus bleiben. (tho/clm)

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