Eröffnung im Sommer 2019 nach großem Umbau

H&M zieht auf drei Etagen ins Köhler-Modehaus in der Kasseler Innenstadt

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Prominenter Einzelhandelsstandort mit Geschichte: Das Gebäude der Alten Kommandantur wurde Ende der 1960er-Jahre nach Abbruch mit historischen Fassadenteilen neu errichtet. Das war nötig, um bodengleiche Einzelhandelsflächen zu schaffen.

Kassel. Als Nachfolgerin des Modehauses Köhler an der Oberen Königsstraße wird nach einer längeren Umbauphase die Modekette H&M auf allen drei Verkaufsetagen in das prächtige Rokoko-Gebäude einziehen.

Aktualisiert um 12.11 Uhr - Das hat das Unternehmen auf Anfrage der HNA jetzt bestätigt.

Die Eröffnung werde für Sommer 2019 angepeilt, sagte eine Sprecherin: „Für ein genaues Datum ist es noch zu früh.“ Der schwedische Konzern, der Filialen unter mehreren Textilmarken betreibt, werde den prominenten Kasseler Einzelhandelsstandort mit seiner Kernmarke H&M einziehen. Es solle ein „Familienhaus“ werden mit Damen-, Herren und Kindermode, der jungen Unter-Marke „Divided“ sowie Wäsche und Accessoires.

Was dann mittelfristig aus der heutigen Kasseler Innenstadtfiliale von H&M wird, die sich ein kurzes Stück weiter in Richtung Königsplatz befindet, teilte das Unternehmen nicht mit.

Auch Köhler-Gesellschafter und Hauseigentümer Ludwig Vordemfelde bestätigte die Planungen. Bereits im vergangenen Sommer hatte er mitgeteilt, dass das Modehaus Ende Juni dieses Jahres schließen werde. Als Gründe nannte er eine seit Jahren schlechte Ertragslage infolge der Online-Konkurrenz und eines modischen Überangebots in Kassel, welches zu heftigen Preiskämpfen führe. Der mittelständische Modehändler führt weitere Köhler-Häuser in Gießen und in Fulda, die bestehen bleiben sollen.

Was wird aus der heutigen Innenstadtfiliale? Nur wenige Schritte vom Köhler-Haus entfernt betreibt H&M an der Oberen Königsstraße diesen großen Ladenstandort.

In Kassel war die Familie Vordemfelde bereits seit 1953 aktiv, als sie das örtliche Traditionsgeschäft Hettlage übernahm – so hieß der Köhler-Standort noch bis 1995. Bereits seit 1964 gehört der Gebäudeteil der sogenannten Alten Kommandatur der Gießener Unternehmerfamilie.

Zu Einzelheiten des Mietvertrages mit H&M äußerte sich Vordemfelde auf Anfrage der HNA nicht. Bevor die schwedische Textilkette einzieht, sind zunächst einmal aufwendige Umbauarbeiten geplant, die etwa zehn Monate dauern sollen.

"Wir werden sehr viel an dem Gebäude machen", kündigte Vordemfelde an. Unter anderem werde die zentrale Treppe entfernt und durch eine neue Etagen-Erschließung mit Rolltreppen ersetzt.

Ob der Durchgang vom Modehaus in die Königs-Galerie auch zukünftig bestehen bleiben wird, darüber werde derzeit noch nachgedacht, sagte der Hauseigentümer. Der Schmuckladen „Pandora“, der sich in einem abgegrenzten Ladenlokal an der Gebäudeecke zum Opernplatz hin befindet, werde jedenfalls bestehen bleiben.

Über die Investitionskosten des Umbaus, der in der zweiten Jahreshälfte beginnt, machte Vordemfelde keine Angaben. Das Ergebnis jedenfalls, so ist er überzeugt, „wird wunderschön“. Er hänge sehr an dem denkmalgeschützten Gebäude.

Neues Geschäft am Königsplatz

Es tut sich einiges in der Kasseler Innenstadt. In den bisherigen Zero-Modeladen an der Oberen Königsstraße wird eine Filiale des dänischen Unternehmens „Søstrene Grene“ einziehen. In der Königs-Galerie verlassen zum Monatswechsel zwei gastronomische Mieter ihre Räumlichkeiten mit Panoramablick auf den Friedrichsplatz: das Café La Vision und das China-Restaurant Hoang. Hier geben wir zudem einen Überblick, welche langjährigen Mieter Kassels Innenstadt 2018 verlassen.

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