„Man sollte Kinder nicht im Wald aussetzen“

Hänsel und Gretel vom Kasseler Märchenweihnachtsmarkt im Interview

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Lilli Ansorge und Neo Henß als Hänsel und Gretel bei der Eröffnung des Märchenweihnachtsmarkts in Kassel.

Kassel. Lilli und Neo aus Kassel waren bei der Eröffnung des Märchenweihnachtsmarktes „Hänsel und Gretel“. Welche Lehre sie aus dem Märchen ziehen, haben sie uns im Interview verraten.

Die neunjährige Lilli Ansorge und der zehnjährige Neo Henß aus Kassel sind bei der Eröffnung des Märchenweihnachtsmarktes als „Hänsel und Gretel“ aufgetreten. Wir haben mit ihnen über ihre Rolle und die Bedeutung des Märchens gesprochen.

Wie kam es denn dazu, dass ihr von Kassel Marketing als Hänsel und Gretel ausgesucht worden seid?

Lilli Ansorge: Sie haben beim Staatstheater angerufen. Im Schauspielhaus habe ich schon bei verschiedenen Stücken mitgespielt. Seit ich sechs Jahre alt bin. Meine erste Rolle hatte ich in „Aurora", da habe ich noch nicht so viel zu tun gehabt. Aber bei dem Stück „Le passé“, das ist Französisch und heißt Vergangenheit, da habe ich ganz viel gesprochen. Und ich habe bei „Volksfeind“ und „Götterspeise“ mitgespielt. 

Dann kanntet ihr euch schon vorher vom Theater?

Neo Henß: Nein, sie ist Schauspielhaus, ich bin Opernhaus. Im Moment spiele ich bei „Andrea Chénier“ mit. Da habe ich auch zwei Sätze auf Italienisch.

Wie lang stehst Du denn da abends auf der Bühne?

Neo: Von 19 bis 22 Uhr.

Dann habt ihr euch erst als Hänsel und Gretel kennengelernt?

Neo: Eine Woche vorher. Da hatten wir Anprobe.

Habt ihr euch gleich gut verstanden?

Lilli: Ich würde sagen schon.

Wie gefällt euch „Hänsel und Gretel“?

Neo: Ich habe mich nie wirklich für dieses Märchen interessiert.

Lilli: Ich mochte das Märchen schon immer. Ich mag eigentlich alle Märchen der Brüder Grimm.

Neo: Wenn man alle kennen würde.

Sie waren Hänsel und Gretel auf dem Weihnachtsmarkt: Der zehnjährige Neo Henß und die neunjährige Lilli Ansorge.

Bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes hast Du, Neo, erzählt, dass Hänsel die Hexe ausgetrickst hat. Findet ihr Hänsel clever?

Neo: Ja. Wenn man in so einer Situation ist, ist das schon intelligent, so etwas mit einem Knochen zu machen.

Lilli: Es entkommt nicht jeder einer Hexe, die Hunger hat.

Der Vater von Hänsel und Gretel hat seine Kinder einfach im Wald zurückgelassen. Habt ihr dafür Verständnis?

Lilli: Wenn ich in der Situation des Vaters gewesen wäre, hätte ich das auch gemacht. Er konnte ihnen nichts zu essen geben und die Stiefmutter wollte es. Hänsel und Gretel konnten das nachvollziehen. Und als sie zurück zu ihrem Vater gekommen sind, hatten sie einen Koffer voll Gold und die Stiefmutter war tot.

Ihr habt großes Glück: Ihr beide habt Väter, die euch gern auf den Weihnachtsmarkt und zu Interviewterminen begleiten. Habt ihr in echt auch so viel Verständnis für eure Eltern wie für den Vater von Hänsel und Gretel?

Lilli: Hm, meistens nicht. Wenn ich darüber nachdenke aber manchmal schon.

Neo: Manchmal.

Welche Lehre zieht ihr aus „Hänsel und Gretel“?

Neo: Dass man seine Kinder nicht im Wald aussetzen soll.

Lilli: Dass die Liebe zu einem Papa nie vergeht. Egal, was er macht.

Nach der Eröffnung des Weihnachtsmarktes war ein Foto von euch in der Zeitung zu sehen. Seid ihr darauf angesprochen worden?

Neo: Öfters.

Lilli: Das Bild hängt bei uns in der Klasse. Man fühlt sich gut, wenn man so etwas Tolles gemacht hat.

Neo: Es wäre cool, wenn jetzt alles für uns auf dem Weihnachtsmarkt umsonst wäre.

Was hättet ihr für Wünsche?

Lilli: 20 Tüten Mandeln und 40 Freifahrten im Riesenrad. Dazu 40 Kilogramm Zuckerwatte.

Neo: Irgendwann wäre dir übel.

Wie war es denn so, mit Oberbürgermeister Christian Geselle und Wilhelm Grimm (Stefan Becker) den Weihnachtsmarkt zu eröffnen?

Neo: Der Wilhelm Grimm ist unser Nachbar.

Lilli: Ich fand es toll. Vor allem, dass wir alle zusammen den Buzzer zur Eröffnung des Marktes drücken durften. Das war so nicht vorgesehen.

Hier finden Sie einen Test der Stände mit Bratwurst und Co.

Wer steckt hinter Hänsel und Gretel?

Neo Henß (10) besucht die vierte Klasse der Herkulesschule und lebt mit seiner Familie im Vorderen Westen. Er hat eine 23-jährige Halbschwester und einen vierjährigen Bruder. Neben Theater spielt er noch Cello und liest sehr gern. Die Bühne kennt Neo von klein auf. Seine Mutter Mirjam Henß ist Tänzerin bei der „Tanzcompagnie Henß & Kaiser | tanzen schräg“. 

Lilli Ansorge (9) besucht die dritte Klasse der Wartebergschule. Sie lebt mit ihrer Familie in Philippinenhof-Warteberg. Sie hat einen Bruder, der zwölf ist. Neben Theater spielt Lilli Klavier, Basketball und turnt. Zudem singt und tanzt sie gerne.

Weitere Weihnachtsmärkte in der Region haben wir in einer Übersicht zusammengefasst.

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