Trauer um Schauspielerin

Sie brachte Glamour ins Rathaus: Hannelore Elsner war auch in Kassel zu Gast

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Glamour im Kasseler Rathaus: Hubertus-Meyer-Burckhardt, Hannelore Elsner und der damalige Oberbürgermeister Georg Lewandowski. Die Schauspielerin trug sich 2002 in das Goldene Buch der Stadt Kassel ein. 

Sie brachte Glamour in die Karl-Branner-Halle des Kasseler Rathauses: Im November 2002 war die verstorbene Schauspielerin Hannelore Elsner in Kassel zu Gast.

Diese Frau zog damals alle Blicke auf sich. Magisch. Eine Frau ganz in Schwarz, mit einem einfangenden Lächeln. Eine Frau, die gleichzeitig Wärme sowie Selbstbewusstsein und Stärke ausstrahlte. Dis Kasseler Gäste applaudierten dem Star. Auch Kassels damaliger Oberbürgermeister Georg Lewandowski kann sich noch an die Begegnung mit Elsner erinnern. „Sie war eine sehr sympathische Frau.“ Kein scheuer Star, sie habe überall gesehen werden wollen, sagt Lewandowski.

Nach Kassel war die Schauspielerin zur Deutschlandpremiere ihres Films „Mein letzter Film“ gekommen. Eine Premiere in dieser Stadt, die dem aus Kassel stammenden Produzenten Hubertus Meyer-Burckhardt zu verdanken war. Meyer-Burckhardt, der einer der Mitbegründer des Prominententreffens und Mitglied im Kassel-Beirat gewesen ist, hatte versprochen, nicht nur den für das ZDF produzierten Krimi „Tödliches Vertrauen“ mit den mittlerweile beiden verstorbenen Schauspielern Otto Sander und Barbara Rudnik in seiner Heimatstadt zu drehen, sondern auch eine Kino-Premiere in Kassel zu ermöglichen. Mit dem Kammerspiel von Hannelore Elsner wurde das 2002 möglich.

Hannelore Elsner erlebte Kassel als Film- und documenta-Stadt

Kassel als Filmstadt kennenzulernen, das war für die Schauspielerin damals auch eine Premiere. Zuvor habe sie den Ort nur als documenta-Stadt erlebt, erzählte sie im Rathaus. Aber von ihrer aus Kassel stammenden Kollegin Barbara Rudnik habe sie erfahren, wie toll das Publikum sei, wie geehrt und geachtet Schauspieler in Kassel werden. „Es ist wichtig, dass wir Zuschauer haben, die uns lieben“, sagte Elsner.

Autogramm im Kinosaal des Balis: Ellen Witzel ließ sich von Hannelore Elsner das Bodo-Kirchhoff-Buch zum Film „Mein letzter Film“ signieren.

Die Deutschlandpremiere ihres Solo-Films „Mein letzter Film“ war einen Abend zuvor im Bali-Kino im Kulturbahnhof gezeigt worden. Die Schauspielerin fiel dort durch einen schönen violett-schwarz karierten Mantel auf. Festlich war es im Kulturbahnhof mit dem roten Teppich bis auf die Straße und der oscar-reifen Beleuchtung. Hannelore Elsner genoss das Abschreiten Schritt für Schritt. Und sie genoss den langen Beifall im Bali selbst, wo sie noch eine Ansprache hielt. Und da ließ der Profi sogar die Rührung durchscheinen: „Ich fühle mich Ihnen allen sehr nah.“

Erinnerungen an Schauspielerin Hannelore Elsner

Ellen Witzel (Open-Air-Kino) holte sich damals ein Autogramm von der Schauspielerin. „Sie war total nett, zuvorkommend und offen“, erinnert sich Ellen Witzel. „Aber auch schon ein bisschen divenhaft.“

Elsner war übrigens ab 1999 einige Jahre mit dem renommierten Literaturprofessor Günter Blamberger liiert, der auch an der Gesamthochschule Kassel gelehrt hat. Das war aber vor seiner Beziehung mit der charismatischen Diva Hannelore Elsner.

Hannelore Elsner starb am Ostersonntag im Alter von 76 Jahren. Sie erlag ihrem Krebsleiden.

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