Vorglühen auf dem Weihnachtsmarkt

Heimkehrerparty vor dem Fes - ein Wiedersehen in Kassel

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Bereit für eine lange Nacht: Elena Engelhardt (von links), Myla Lüst, Vanessa Maibom, Frank Lüst, Hamiyet Öztürk, Felix Dianzenza und Grischan Szypura hatten sich für den Thekendienst im Freien gegen den schneidigen Wind gut gewappnet.  

Kassel. Die Service-Mannschaft der Kneipe Fes hatten längst die Theken auf dem Platz vor der alten Hauptpost aufgebaut. Doch einstweilen konnten sich die Serviererinnen und Zapfkräfte noch in der Kneipe aufwärmen.

Erst gegen halb neun am Abend trudelten die ersten Gäste der traditionellen Heimkehrer-Party auf dem Platz ein. Viele, so hörte man, glühten erst auf dem Weihnachtsmarkt vor.

Zur „Vorhut“ auf dem Platz gehörte Thomas Becker, der mit seinen zwei Brüdern Ulrich und Victor in einer geschützten Ecke die ersten Bierchen leerte. Erst vor vier Monaten hat der ehemalige Architekturstudent seine Heimat in Richtung Bonn verlassen, um am Rhein als Projektmanager zu arbeiten. Die Kasseler Uni habe ja einen starken Studiengang in Architektur, da seien die guten Jobs in der Region schnell weg, sagt der 29-Jährige. Kassel vermisst er nicht. „In Bonn kann man sehr gut radeln, fast so wie in Holland“, erzählt er. Und das Feiern macht am Rhein wohl auch mehr Spaß. „Silvester habe ich meine Freunde zu einer Discoparty in Köln eingeladen“, erzählt der junge Mann.

Freunde feierten Wiedersehen: Die Studenten Pirmin Nußeck, Samuel Alencar aus Brasilien, Carolin Pysalski und Nils Bandowski waren vor der Party auf dem Weihnachtsmarkt.

Während Becker seine Zelte in Kassel abgebrochen hat, schlägt sie Carolin Pysalski gerade wieder auf. Die 20-Jährige ist gerade aus Neuseeland zurückgekehrt, wo sie ein Jahr lang durch die Nord- und Südinsel gezogen ist und sich mit Gelegenheitsjobs die Reise finanziert hat, auch als Tellerwäscherin. „Heimweh hatte ich nicht“, sagt die junge Frau, die jetzt an der Uni Philosophie und Kunst studieren will. Doch sie habe den Trubel in Kassel vermisst. „In Neuseeland gibt es nur wenige größere Städte“, berichtet sie. Sie habe sich gefreut, ihren Lieblingsplatz, die Brücke zwischen Orangerie und Weinberg, wieder genießen zu können. „In Kassel lässt es sich gut leben“, meint Pysalski. 

Feiern gern in Kassel: Lucas Volke und seine Freundin Sarah Hoff aus Volkmarsen waren am Freitagabend zum ersten Mal auf der Party vor dem Fes.

Samuel Alencar (21) beeindrucken vor allem die breiten Straßen. „Hier kann man fahren, so schnell man will“, sagt der Brasilianer, den Pysalski in Neuseeland kennengelernt hat und der nun auf einer Europareise Stippvisite bei der Heimkehrerparty macht.

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