Kasseler Sparkasse spendet 10 000 Euro

Verein sammelt für Restaurierung des Trümmer-Modells im Stadtmuseum

Ein Blick auf einen Teil des Trümmer-Modells: Derzeit ist das Modell noch in sechs Kisten in Bettenhausen eingelagert. Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse (von links), Ewald Griesel und Gabriela Wolff-Eichel („Freunde des Stadtmuseums“) sowie Carola Metz, stellvertretende Leiterin des Kulturamts, schauten sich das besondere Exponat jetzt an. Foto:  Koch

Kassel. Wenn im kommenden Jahr das sanierte Stadtmuseum am Ständeplatz wieder neu eröffnet wird, soll ein Modell zum Herzstück der Dauerausstellung werden.

Es handelt sich um das zwölf Quadratmeter große sogenannte Trümmer-Modell, das die Stadt nach der Zerstörung am 22. Oktober 1943 zeigt: Kassel in Schutt und Asche.

„Es ist mit Abstand das ergreifendste und erschütterndste Objekt, das in unserem Museum gehütet wird“, sagte die frühere Museumschefin Dr. Cornelia Dörr im Jahr 2010 über das Modell. Es wurde in den 1950er-Jahren von dem Kasseler Modellbauer Steiner im Auftrag der Stadt erschaffen.

Bevor das Trümmer-Modell aus Pappe, Sand und Gips wieder ausgestellt wird, soll es aber noch entstaubt, gereinigt, neu umhaust und ausgeleuchtet werden, um es eindrucksvoll in Szene zu setzen. Zudem sind Medienstationen mit Schrift, Ton und Film mit Erklärungen für die Besucher geplant. Nach Angaben von Gabriela Wolff-Eichel, Vorsitzende des Vereins „Freunde des Stadtmuseums“, hat der Ausstellungsgestalter Kocmoc, der die Dauerausstellung neu plant, die Summe dafür auf 30 000 Euro geschätzt. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das Geld dafür zu sammeln. Nachdem Wolff-Eichel die Gäste, die im vergangenen Jahr zu ihrem 60. Geburtstag eingeladen waren, um eine Spende für das Modell bat und somit 4500 Euro zusammengekommen sind, hat jetzt auch die Kasseler Sparkasse 10 000 Euro dafür gespendet.

„Das Modell dokumentiert eindrucksvoll, welche unfassbaren Zerstörungen Kassel im Krieg erlitten hat. Wir fördern gerne die Restaurierung, damit es den Besuchern als zentrales Ausstellungsobjekt präsentiert werden kann“, sagte Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, als er sich am Donnerstag einen Teil des in einem Depots in Bettenhausen eingelagerten Modells anschaute.

Das Modell erinnert an das große Leid der Menschen, das der Zweite Weltkrieg verursacht hat. Es erzeugt Trauer und Schrecken. Und es macht sichtbar, warum es in Kassel bis heute Auseinandersetzungen über den Wiederaufbau gibt. Bestandteil des Modells ist zum Beispiel das wilhelminische Staatstheater. Der zerstörte Bau wurde abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt. Eine Entscheidung, die bis in die Gegenwart für offene Wunden sorgt.

Die zukünftigen Besucher des Stadtmuseums sollen mit Hilfe des Modells erfahren, wohin Krieg und Zerstörung führen, wie einschneidenden sie eine Stadt verändern, sagt Wolff-Eichel. Obwohl sie die Bombennacht persönlich nicht erlebte, bekomme sie jedes mal Beklemmungen, wenn sie sich das Trümmer-Modell anschaue. „Man sieht, dass innerhalb von einer Stunde alles weg war.“

Spendenkonto: Freunde des Stadtmuseums Kassel e.V., Kasseler Sparkasse, IBAN: DE33 5205 0353 0000 0001 23, Kennwort: Trümmer-Modell.

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