Bischofswechsel

Hessen hat erstmals Bischöfin - Dr. Beate Hofmann an Spitze der ev. Landeskirche

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Wechsel an der Kirchenspitze: Prof. Dr. Beate Hofmann wurde am Sonntag in ihr Amt als Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eingeführt. Sie löst Prof. Dr. Martin Hein ab, der nach 19 Jahren in den Ruhestand gegangen ist.

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat erstmals eine Bischöfin an der Spitze: Am Sonntag wurde Prof. Dr. Beate Hofmann in ihr Amt eingeführt. Die 55-Jährige löst Prof. Dr. Martin Hein ab, der nach 19 Jahren im Bischofsamt in den Ruhestand gegangen ist. 

Kassel – Annähernd 1000 Menschen verfolgten die Amtsübergabe in und vor der Kasseler Martinskirche. Der Festgottesdienst wurde auch im HR-Fernsehen live übertragen. Bischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), nahm den Amtswechsel vor und legte Prof. Dr. Beate Hofmann das Bischofskreuz um. 

Im vergangenen Mai war die Professorin für Diakoniewissenschaft und -management von der Landessynode – dem Kirchenparlament – in Hofgeismar mit großer Mehrheit gewählt worden. „Du kommst mit einem frischen Blick auf kirchliche Strukturen, Themen und Prozesse“, sagte Bedford-Strohm. Zuvor hatte er Prof. Dr. Martin Hein verabschiedet, der sein Amt als Pfarrer, als „kluger und scharfsinniger Theologe“ und als „Mann der Ökumene“ bekleidet habe, so der EKD-Ratsvorsitzende. 

Amtskreuz: Der EKD-Ratschef Heinrich Bedford-Strohm übergab die Bischofskette an Beate Hofmann.

In ihrer ersten Predigt als Bischöfin nahm Beate Hofmann Bezug auf jenes Ereignis, das zwischen ihrer Wahl und ihrem Amtsantritt die Region erschütterte: die Ermordung des Regierungspräsidenten Walter Lübcke. „Ich habe nie gedacht, dass politisch Engagierte in Deutschland noch mal Angst um ihr Leben haben müssen.“ 

Angesichts der rasanten Veränderungen in Politik und Gesellschaft böten Gnade, Glaube und Gemeinschaft Halt in unsicheren Zeiten. Es gehöre zu den Grundüberzeugungen der Kirche, „dass hier keine Rolle spielt, wo jemand herkommt, welchen Pass er oder sie hat, welche Ausbildung oder welchen Kontostand“. 

Christliche Gemeinschaft bezeichnete die neue Bischöfin als ein „Sorgenetz“. Sie appellierte, gemeinsam daran zu arbeiten, „dass Kirche als Ort erlebt wird, an dem wir Netze der Sorge und Stärkung knüpfen“. 

Unter den vielen Gästen und Mitwirkenden waren auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und sein thüringischer Amtskollege Bodo Ramelow.

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