„Zutritt erlaubt“

Hinter den Kulissen der Kunst im Fridericianum

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Das Lampenlager: Auch Kunstfreund Jörg-Rüdiger Erdmann ließ sich den Blick in den Gewölbekeller nicht entgehen.

Kassel. „Willkommen im 16-Millimeter-Paradies!“ Anne Walther gewährte am Sonntag wie viele ihrer Kollegen am Museum Fridericianum einen Blick hinter die Kulissen des Ausstellungsbetriebs.

Unter dem Motto „Zutritt erlaubt“ öffneten sich in der Ausstellungshalle am Friedrichsplatz Türen zu Büros, Lagerräumen und Werkstätten, die Besuchern sonst verschlossen bleiben.

Das Interesse war groß. Schon vor dem Auftakt hatten sich etliche Kunstfreunde vor dem Museum versammelt. In Gruppen ging es dann durchs Museum - vom Gewölbekeller bis unters Dach. Wo Gastronom Mahmoud El Ahl früher orientalische Gerichte servierte, lagern nun Tische, Stühle, Kabelrollen und an die 2000 Lampen, mit deren Hilfe die Kunstwerke ins rechte Licht gesetzt werden: Spots, Fluter und Röhren. „Karges Neonlicht ist wieder in Mode gekommen“, erfuhren die Besucher von Martin Fokken, dem Technischen Leiter des Fridericianums. Direktorin Susanne Pfeffer, aber auch viele Künstler legten großen Wert darauf.

Einblick in die Arbeit: Anne Walther zeigte, worauf es bei der Arbeit mit filmischen Kunstwerken ankommt.

Die Hausherrin empfing die Besucher in einem improvisierten Büro neben dem Grafiklager und gestand, dass sie sich abends selbst oft frage, was sie den ganzen Tag gemacht habe.

„Als Direktorin ist man mit allem beschäftigt.“ Gleichwohl gab sie spannende Einblicke in ihr Metier und die Fragen, mit denen sie sich auch vor der aktuellen Paul-Sharits-Ausstellung beschäftigt hat: Ist das Werk groß genug für ein großes Haus wie das Fridericianum? Wie lässt sich das Nebeneinander von Zeichnung und Film lichttechnisch lösen? Wie baue ich die Ausstellung auf?

Dann kommt das Aufbauteam ins Spiel, das in der Werkstatt unterm Dach die weißen Wände für die Kunstwerke baut und nach Anweisung der Direktorin aufstellt. Walter Peter, wie die anderen Handwerker freiberuflich für das Museum tätig, führte den Besuchern vor, wie sie aus Modulen zusammengeschraubt werden. „Man muss alles können und ein bisschen mehr“, sagte er. „Je mehr Zeit die Künstler haben, umso mehr fällt ihnen ein.“

Der Blick hinter die Kulissen kam gut an. „Es ist traumhaft“, sagte Jörg-Rüdiger Erdmann. Auch Elisabeth Ahrens aus Helsa, die mit ihrem am Downsyndrom erkrankten Sohne Helge gekommen war, schwärmte. „Es ist super. Das Begreifen fällt uns nun leichter.“

"Zutritt erlaubt" im Fridericianum

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